EU-Kommission nimmt billige E-Bikes aus China ins Visier

dpa-AFX

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Kommission nimmt den Import billiger E-Bikes aus China unter die Lupe. Ermittlungen wegen möglicherweise unzulässiger Subventionen seien eingeleitet worden, hieß es am Donnerstag aus Kreisen der Brüsseler Behörde. Vorangegangen war eine Beschwerde europäischer Fahrradhersteller wegen der zunehmenden Einfuhr bezuschusster chinesischer Modelle.

Die EU-Kommission wird nun sowohl die chinesischen Exporteure als auch den europäischen Fahrradmarkt genauer prüfen. Schutzmaßnahmen könnten dann innerhalb von 9 beziehungsweise 13 Monaten verhängt werden.

Der Verkauf von Fahrrädern mit einem kleinen Elektromotor hat in Europa zuletzt stark zugenommen. Nach Angaben des Herstellerverbands EBMA legten auch die chinesischen Importe drastisch zu. Von praktisch Null im Jahr 2010 stiegen sie demnach auf 800 000 Stück im Jahr 2017.

Für die europäischen Hersteller seien die chinesischen Billigimporte eine große Bedrohung, sagte Verbands-Generalsekretär Moreno Fioravanti. "Der einzige Grund, weshalb die chinesischen E-Bike-Exporteure zu derart günstigen Preisen verkaufen können, sind massive staatliche Subventionen", sagte er. "Wenn wir die chinesischen Dumping-Produkte nicht stoppen, werden sie bald den Großteil des europäischen Marktes kontrollieren." Dies hätte dann auch gravierende Folgen für Investitionen und Beschäftigte hierzulande.

Der europäische E-Bike-Markt umfasst Schätzungen zufolge ein Volumen von rund 1,85 Milliarden Euro. Der Wert sämtlicher Importe beläuft sich demnach auf ungefähr 450 Millionen Euro. Chinas Anteil daran beläuft sich auf mehr als die Hälfte.