EU-Kommission leitet eingehende Prüfung der Übernahme von Shazam durch Apple ein

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Die EU-Kommission hat eine eingehende Prüfung der geplanten Übernahme der Musikerkennungs-App Shazam durch Apple eingeleitet. Die Kommission begründete den Schritt am Montag mit "Bedenken, dass die Fusion die Wahlmöglichkeiten für Nutzer von Musik-Streamingdiensten einschränken könnte". Durch die Fusion würden sich zwei "große und bekannte Akteure" der digitalen Musikindustrie zusammenschließen, die in Branchen tätig seien, die sich gegenseitig ergänzten, erklärte die Kommission.

Der US-Technologieriese Apple und Shazam hatten im Dezember mitgeteilt, dass der Technologieriese die Musikerkennungs-App aufkauft. Branchenexperten zufolge liegt der Kaufpreis bei etwa 400 Millionen Dollar (322 Millionen Euro). Mit dem Deal will Apple seinen Musikstreamingdienst Apple Music voranbringen, der nach wie vor deutlich hinter dem Marktführer Spotify zurückliegt. Das in London ansässige Unternehmen Shazam hilft Musikfans weiter, die ein Lied hören und wissen möchten, um welches es sich handelt.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte, die Kommission wolle sicherstellen, dass die Auswahlmöglichkeiten an Streaming-Diensten "aufgrund dieses geplanten Zusammenschlusses nicht eingeschränkt werden". Derzeit fürchte die Kommission, dass Apple über Shazam Zugang zu wirtschaftlich sensiblen Kundendaten konkurrierender Anbieter bekommen könnte.

Die Kommission muss bis Anfang September einen Beschluss in dem Verfahren erlassen. Die Prüfung werde ergebnisoffen geführt, betonte die Kommission.