EU-Kommission genehmigt Übernahme von Opel durch PSA

Die EU-Kommission hat den Opel-Verkauf vom US-Autokonzern General Motors an den französischen Konkurrenten PSA genehmigt. Es gebe keine wettbewerbsrechtlichen Einwände gegen die Übernahme des Rüsselsheimer Autobauers durch PSA, hieß es

Grünes Licht aus Brüssel für die Übernahme von Opel durch den französischen Autokonzern PSA: Die EU-Kommission teilte am Mittwoch mit, dass sie "nach eingehender Prüfung" keine wettbewerbsrechtlichen Einwände gegen den Verkauf des Rüsselsheimer Autobauers durch den bisherigen Eigentümer General Motors (GM) habe. Der milliardenschwere Deal, mit dem PSA zum zweitgrößten europäischen Autokonzern nach Volkswagen aufsteigen würde, soll in den nächsten Monaten abgeschlossen sein.

Die gemeinsamen Marktanteile von Opel und PSA mit den Marken Peugeot und Citroën seien "auf allen betroffenen Märkten vergleichsweise gering", begründete die EU-Kommission ihre Entscheidung. Nur in Estland und Portugal erreichen die Unternehmen im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge demnach einen gemeinsamen Marktanteil von mehr als 40 Prozent, wobei der Zuwachs auf beiden Märkten jedoch unter fünf Prozent liege.

Außerdem habe die wettbewerbsrechtliche Untersuchung ergeben, dass PSA künftig weiterhin starker Konkurrenz seitens anderer Kfz-Hersteller wie Renault, Volkswagen, Daimler, Ford, Fiat sowie verschiedener asiatischer Wettbewerber ausgesetzt sei. Auch bei den Auswirkungen der Übernahme auf Groß- und Einzelhandelsmärkte äußerte die EU-Kommission keine Bedenken, "da PSA und Opel unterschiedliche Vertriebskanäle nutzen und unabhängige Einzelhändler, Importeure und Händler haben".

PSA hatte im März erklärt, Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall vom US-Autoriesen GM übernehmen zu wollen. Das GM-Europageschäft ist seit Jahren defizitär. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gab PSA-Chef Carlos Tavares vergangenen Monat das Ziel aus, dass Opel bis spätestens 2020 in die Gewinnzone zurückkehren soll.