EU-Kommission fordert besseren Schutz für Journalisten

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Die in Malta ermordete Journalistin Daphne Caruana Galizia (AFP/STRINGER)

Nach hunderten teils tödlichen Angriffen auf Journalisten in Europa hat die EU-Kommission die Mitgliedsländer zu einem besseren Schutz von Medienvertretern aufgerufen. "Mehr als 900 Journalisten und andere Medienvertreter wurden in der EU im vergangenen Jahr angegriffen", erklärte EU-Vizekommissionspräsidentin Vera Jourova am Donnerstag. Zuletzt hatte im Juli die Tötung des niederländischen Investigativjournalisten Peter R. de Vries Entsetzen hervorgerufen.

Jourova erinnerte auch an die Ermordung der maltesischen Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia im Jahr 2017 und die des slowakischen Investigativreporters Jan Kuciak 2018. Daneben häufe sich "verbale Gewalt" auch von Politikern und Online-Mobbing gegen Reporter, beklagte Jourova.

Sorge bereitet der Kommission zudem die steigende Gewalt gegen Journalisten bei Demonstrationen, wo den Angaben zufolge fast jeder dritte Übergriff stattfindet. In Deutschland war etwa im vergangenen Jahr ein ZDF-Team bei einer Kundgebung von Gegnern der Corona-Maßnahmen attackiert worden.

Die Brüsseler Behörde rief die Mitgliedsländer auf, einen stärkeren Polizeischutz für Journalisten zu gewährleisten. Zudem könne es "Verbindungsoffiziere" geben, die Medienvertreter vor Kundgebungen über mögliche Risiken aufklärten.

Reporter ohne Grenzen nannte die Empfehlungen einen "Schritt in die richtige Richtung". Nun komme es auf die Umsetzung in den Mitgliedsländern an, betonte die Organisation.

lob/gt

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