EU-Klimaschutzgesetz: Umweltverbände fordern kurzfristigere Ziele

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Vor der Vorstellung eines EU-Klimagesetzes fordern Umweltverbände ein deutlich schärferes Ziel zur Einsparung von Treibhausgasen bis 2030. Nur so sei das Klimaschutzabkommen von Paris umzusetzen, sagte Klaus Röhrig vom Umweltverband Climate Action Network am Montag in Brüssel.

Am Mittwoch will die EU-Kommission das Klimaschutzgesetz vorstellen. Damit soll vor allem das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 gesetzlich festgeschrieben werden. Klimaneutralität bedeutet, dass die allermeisten Treibhausgase eingespart werden und der Rest ausgeglichen werden muss, etwa durch Aufforstung oder Speicherung.

Die Umweltverbände unterstützen das langfristige Ziel, fordern aber bereits in den nächsten Jahren drastische Maßnahmen. So verlangen sie von der EU bis 2030 eine Senkung der Treibhausgase um 65 Prozent im Vergleich zu 1990. Offizielles Ziel sind derzeit minus 40 Prozent. Die EU-Kommission erwägt eine Verschärfung auf 50 oder 55 Prozent, will sich aber erst im Herbst auf einen Vorschlag festlegen.

Eine der Schlüsselforderungen der Umweltorganisationen Greenpeace und WWF ist zudem Einheitlichkeit: Das Klimaschutzgesetz müsse sicherstellen, dass in allen Sektoren dazu beitragen wird, die Ziele zu erreichen, sagte Imke Lübbeke, WWF-Expertin für EU-Klima und Energiepolitik: "Wir brauchen ein Gesetz, das alle Rechtsvorschriften und alle Bemühungen, die wir in mehreren Sektoren sehen, zusammenbringt und auch jene Sektoren einbezieht, die noch nicht einbezogen wurden, insbesondere die Industrie und die Landwirtschaft."