EU genehmigt Kapazitätsreserve in Deutschland zur Sicherung der Stromversorgung

Die vom ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) eingeführte Reserve an Braunkohle-Kraftwerken ist laut einem Zeitungsbericht bislang noch nien aktiviert worden. Zugleich verursachte sie bereits Kosten in Höhe von 234 Millionen Euro

Die EU-Kommission hat die von der Bundesregierung geplante sogenannte Kapazitätsreserve zur Absicherung des Strommarkts bei Engpässen genehmigt. Sie soll zum Einsatz kommen, falls sich Stromangebot und -nachfrage einmal nicht mehr decken, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Ab Oktober 2019 sollen die Übertragungsnetzbetreiber demnach - mit finanzieller Hilfe der Regierung - "geeignete Reservekraftwerke" unter Vertrag nehmen, die im Notfall einspringen sollen.

Der Mitteilung zufolge sollen insgesamt sechs Jahre lang Anlagen mit einer Gesamtleistung von zwei Gigawatt bereitstehen, die geeignet sind, "rechtzeitig und zielgerichtet" den Notfallstrom zu liefern. Nehmen Stromlieferanten sie in Anspruch, müssen sie mindestens 20.000 Euro pro Megawattstunde zahlen. Das ist bewusst deutlich höher als der durchschnittliche Großhandelspreis von 34 Euro vergangenes Jahr, damit die Stromlieferanten sich rechtzeitig anderweitig absichern.

Die Kapazitätsreserve ist nicht der einzige Mechanismus, mit dem die Regierung die gestiegenen Risiken aus dem Ausbau der Erneuerbaren Energien einzudämmen versucht. Es gibt zum einen noch eine sogenannte Netzreserve, mit der das Übertragungsnetz bei regionalen Über- oder Unterversorgungen gesichert werden soll. Zum anderen gibt es noch die sogenannte Sicherheitsbereitschaft bestehend aus alten Braunkohlekraftwerken, die nur vorläufig stillgelegt wurden.