EU geht schärfer gegen faule Kredite vor

Faule Kredite haben europäische Banksysteme zuletzt heftig belastet. Für neue Darlehen wollen die EU-Finanzminister daher die Regeln deutlich verschärfen. Eine andere Regulierungsidee weisen sie hingegen zurück.


Die EU-Finanzminister wollen Banken zwingen, künftig mehr Eigenkapital für faule Kredite vorzuhalten. Die EU-Kommission solle im Rahmen der gerade laufenden Überprüfung der EU-Eigenkapitalrichtlinie CRD IV eine entsprechende „aufsichtsrechtliche Anforderung in Betracht ziehen“, heißt es in einem „Aktionsplan gegen notleidende Kredite“ des EU-Finanzministerrates, der dem Handelsblatt vorliegt. Gelten solle dies allerdings nur für „neu vergebene Darlehen“ gelten. Ziel ist es, in Zukunft einem unerwünschten Anstieg fauler Kredite in den Bilanzen der Geldhäuser vorzubeugen.

Die bereits jetzt vorhandenen nicht bedienten Kredite sollen nach dem Willen der Finanzminister von nationalen Bad Banks abgebaut werden. Die EU-Kommission solle bis Jahresende eine „Blaupause“ („Blueprint“) für die „Gründung nationaler Vermögensverwaltungsgesellschaften“ vorlegen. Der Präsident der EU-Bankenaufsicht Eba, Andrea Enria, hatte eine europäische Bad Bank gefordert. Den Vorschlag griffen die EU-Finanzminister nicht auf.


Die faulen Kredite in europäischen Banken-Bilanzen summieren sich auf fast eine Billion Euro. Betroffen sind vor allem die Geldhäuser in Portugal, Italien und Griechenland. Die meisten deutschen Banken haben mit faulen Krediten kein Problem.

Der EU-Finanzministerrat will den Aktionsplan gegen notleidende Kredite am kommenden Dienstag in Brüssel beschließen.