EU einigt sich auf Klimaziel bis 2050 und gibt Polen mehr Zeit

Arne Delfs

(Bloomberg) -- Die EU-Regierungschefs haben sich nach langem Ringen auf das Ziel verständigt, bis 2050 auf dem Kontinent Klimaneutralität zu erreichen. Zugleich gewährten sie Polen weitere Bedenkzeit für die Art der Umsetzung dieses Ziels bis zum Juni des kommenden Jahres. “Ich bin unter den gegebenen Umständen recht zufrieden. Es gibt keine Spaltung Europas in verschiedene Teile, sondern es gibt einen Mitgliedstaat, der noch etwas Zeit braucht”, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am frühen Freitagmorgen nach rund zehnstündigen Verhandlungen in Brüssel.

Ebenso wie Polen hatten auch Tschechien und Ungarn Bedenken gegen das von der neuen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen formulierte Klimaziel geäußert. Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hatte vor dem Treffen geltend gemacht, dass auch Atomkraft als saubere Energiequelle anerkannt werden müsse. Mit welchem Energiemix die einzelnen Staaten das Ziel der Klimaneutralität erreichen, wird ihnen freigestellt. “Sie wissen, dass Deutschland aus der Kernenergie aussteigen wird. Andere Länder werden das nicht tun. Aber was zählt, ist das gemeinsame Ziel”, sagte Merkel.

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