EU Digital Day: Blockchain im Fokus der EU-Staaten

David Barkhausen

Der EU-Kommissions-Vize Andrus Ansip hat in seiner Eröffnungsrede zum EU Digital Day die Mitgliedsstaaten zu mehr Engagement bei der Nutzung und Entwicklung von Blockchain-Technologien aufgerufen. Europa müsse weltweit eine führende Rolle spielen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, unterschrieben 22 der EU-Mitgliedsstaaten bei der gestrigen Veranstaltung eine Blockchain-Partnerschaft. Diese soll in Zukunft das Engagement gerade im weiteren Ausbau des gemeinsamen Digitalmarkts bündeln.

Der Digital Day der EU-Kommission stellt sich in jedem Jahr erneut einer Aufgabe: Europas digitale Zukunft gemeinsam gestalten und in Absprache Antworten auf die Herausforderungen der Digitalisierung finden. Der diesjährige Digital Day stand neben der Entwicklung der digitalen Gesundheitsvorsorge und künstlicher Intelligenz ganz im Zeichen der Blockchain.

So nutzte der Kommissions-Vize Andrus Ansip seine Eröffnungsrede um den namhaften Besuchern der Kommunikations- und Technologiebranche eine Botschaft zu verkünden: Europa habe das Zeug dazu und müsse deshalb eine führende Rolle bei der Nutzung und Entwicklung der Blockchain spielen.

„Der europäische Technologie-Sektor sieht die Blockchain als Gebiet, in dem Europa bestens positioniert ist, eine führende Rolle zu spielen. Dennoch ist es kein Geheimnis, dass wir dafür investieren müssen – sowohl politisch als auch finanziell“,

mahnt Ansip, denn die Technologien würden sich gerade im Wandel vom „Labor in den Mainstream“ befinden. Es gelte, „viel aufzuholen“.

Damit dies gelingt, sei besonders auch die Unterstützung aus dem privaten Sektor notwendig. Die EU-Kommission allein könne den Aufwand nicht stemmen.

Am Nachmittag stand zudem die feierliche Unterzeichnung der Blockchain Partnership Initiative im Mittelpunkt der Veranstaltung. 22 Mitgliedsstaaten erklärten sich bereit, künftig bei Investment und Entwicklung von Blockchain-Dienstleistungen Hand in Hand zu arbeiten. Eine solche Partnerschaft sei notwendig, um fragmentierte Vorstöße Einzelner zu vermeiden, damit die Technologie „erblühen“ können, heißt es auf der Website der Kommission.

Bis 2019 sollen unter der Schirmherrschaft Brüssels erste grenzübergreifende Blockchain-Dienstleistungen eingeführt werden. Für Deutschland unterschrieb Matthias Machnig, SPD-Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, die Partnerschaftserklärung.

Die EU-Kommissarin für Digitalwirtschaft und Gesellschaft, Mariya Gabriel, begrüßte die Unterzeichnung. Sie geht davon aus, dass die Blockchain künftig in allen Bereichen öffentlicher Dienstleistung genutzt werde.

„Die Blockchain ist eine großartige Möglichkeit für Europa und seine Mitgliedsländer, ihre Informationssysteme zu überdenken, das Vertrauen der Bürger zu stärken und persönliche Daten zu schützen sowie neue Geschäftszweige und Führungsgebiete zu erkunden. Die heute geschlossene Partnerschaft hilft Mitgliedsstaaten gemeinsam mit der EU-Kommission das enorme Potential der Blockchain in bessere Dienstleistungen für die Bürger zu wandeln“,

so Gabriel.

EU-Kommission als entschiedene Blockchain-Schirmherrin

Mit der Unterschrift der 22 Mitgliedsländer, zu denen neben Estland, Finnland, Frankreich auch Deutschland, Malta und das Vereinigte Königreich gehören, mausert sich die EU-Kommission einmal mehr als entschiedene Unterstützerin der Blockchain-Technologie. Im Februar etwa hatte sie das EU Blockchain Observatory Forum in Partnerschaft mit dem Ethereum-Start-up ConsenSys ins Leben gerufen. Das Projekt soll öffentliche Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain ausloten.

Insgesamt habe die EU bereits über 80 Millionen Euro in die Entwicklung von Blockchain-Dienstleistungen investiert. Weitere 300 Millionen Euro sollen bis 2020 folgen, heißt es in der zugehörigen Pressemitteilung.

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