EU bringt Vorgaben zur Reduzierung von Acrylamid in Lebensmitteln auf den Weg

Die Europäische Union hat schärfere Regeln zur Eindämmung des gesundheitsschädlichen Stoffs Acrylamid in Pommes Frites, Chips und Gebäck auf den Weg gebracht

Die Europäische Union hat schärfere Regeln zur Eindämmung des gesundheitsschädlichen Stoffs Acrylamid in Pommes Frites, Chips und Gebäck auf den Weg gebracht. Wie zwei Sprecherinnen der EU-Kommission am Mittwoch bestätigten, einigten sich die Mitgliedstaaten am Vortag abschließend auf eine entsprechende Verordnung. Bereits im Juli hatten 22 Länder den Vorschlägen der Kommission zugestimmt. Über die Einigung hatten am Mittwoch zuerst die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichtet.

Die EU stuft Acrylamid als krebserregend ein. Der Stoff entsteht beim starken Erhitzen von kohlehydratreichen Lebensmitteln, also etwa beim Frittieren von Pommes und beim Backen von Keksen und Brot. Grund für die Bildung des Stoffs sind unter anderem Glukose und Fruktose, hohe Temperaturen bei der Zubereitung und ein geringer Wassergehalt des Lebensmittels. In Tierversuchen wirkte Acrylamid krebserregend und erbgutschädigend.

Ab April 2018 gelten nun verbindlich strengere Vorgaben für Lebensmittelhersteller. Sie müssen dem Gesetzestext zufolge zum Beispiel darauf achten, dass die Produkte nicht zu lange und nicht zu heiß geröstet oder gebacken werden. Außerdem sind sie dazu angehalten, den Zuckergehalt zu reduzieren - etwa durch das Blanchieren der Kartoffelprodukte vor dem Erhitzen. Zu den betroffenen Lebensmitteln zählen auch Kaffee und Frühstücks-Cerealien.

Der EU-Politiker Peter Liese (CDU) bezeichnete in den Funke-Zeitungen das Handeln der EU beim Acrylamid als "richtig". Bei dem Stoff gebe es ein "echtes Gesundheitsproblem", sagte er, die Gefahr sei größer als bei den schädlichen Stoffen Glyphosat und Fipronil. "Auch wenn die letzte Gewissheit fehlt, müssen wir davon ausgehen, dass hohe Mengen von Acrylamid das Risiko an Krebs zu erkranken, erhöhen."