EU-Austritt: Gut oder schlecht für die britische Wirtschaft?

Die gute Nachricht für die Briten ist: Die Wirtschaft im Vereinigten Königreich wächst - aber nicht mehr so stark wie einst. Laut neuer Zahlen des britischen Statistikamtes ONS legte das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent zu. Anderen weltweit führenden Volkswirtschaften hinkt Großbritannien damit etwas hinterher. Aber für die Unternehmer ist etwas Anderes viel wichtiger als Statistiken:

„Es geht um Klarheit. Wir brauchen Klarheit darüber, was passieren wird - und wann. Ich glaube, dass wir mit dem Endergebnis werden leben können, doch die Ungewissheit können wir nicht mehr lange ertragen", sagt der Londoner Gastwirt Søren Jessen, der das Lokal 1 Lombard Street betreibt.

Die Arbeitslosenquote in Großbritannien lag 2017 dem ONS zufolge bei 4,4 Prozent und damit unter den Werten der beiden Vorjahre.

Wird der wirtschaftliche Einfluss der Scheidung zwischen Großbritannien und Europäischer Union überbewertet? Mat Oakley, Leiter der Wirtschaftsforschungseinrichtung Savills European Commercial Research, meint: „Wir sehen noch nicht das ganze Ausmaß der Sorge, sollte sich der Brexit vielleicht bis nach 2021 oder 2022 hinziehen und sollten Unternehmen nicht wissen, welchen Einfluss er dann letztlich auf ihr Geschäft hatte."

Mit 2,6 Prozent lag die Inflation im Königreich im vergangenen Jahr eindeutig über dem Zielwert von zwei Prozent. Ungeachtet des Zahlenwerks: Der britische EU-Austritt samt der sich langwierigen Verhandlungen stellt für die britische Wirtschaft einen tiefen Einschnitt dar, meinen Ökonomen. Nur wie genau die Folgen aussehen, weiß eben noch keiner.