EU-Afrika-Gipfel: Perspektiven für die Elfenbeinküste

Obwohl die Elfenbeinküste zu den weltweit führenden Kakao- und Kaffee-Exporteuren gehört, ist Armut weit verbreitet. Viele junge Leute versuchen jedes Jahr das Land zu verlassen. Einer von ihnen ist der 21-jährige Jean-Marie Gbougouri. Heute betreibt er dank der Hilfe der Internationalen Organisation für Migration eine Hühnerfarm in seinem Land.

Vor zwei Jahren jedoch war er ein aufstrebender Fußballspieler, der auf die Versprechungen eines angeblichen Agenten hörte und die Elfenbeinküste in Richtung Tunesien verließ:

“In den ersten Wochen lief alles gut, dann verstand ich, dass es ein Betrug war. Die Person verschwand mit meinen 2500 Euro, die ich ihm gegeben hatte und ich habe sie nie wieder gesehen. Also war ich am Ende da drüben, ich hatte nichts. Das Eldorado ist für mich nicht unbedingt Europa, obwohl wir alle davon träumen, dorthin zu gehen.

Ich werde nicht lügen, ich träume weiter davon, nach Europa zu gehen, aber nicht unter diesen Bedingungen.

Wie gesagt, momentan ist alle gut, aber ein Boot nach Italien zu nehmen, wird meine Situation nicht ändern.

Also gehe ich lieber zurück nach Hause und investiere meine Energie in mein eigenes Land”.

“At the end of a two-day summit in the Ivory Coast, #EU and African Union (AU) leaders agreed on plans for an immediate evacuation of 3,800 #migrants stranded in #Libya amid global shock over a slave auction of migrants in the conflict-ridden country.”https://t.co/PO2GoAs6gH pic.twitter.com/TCHGkGCO6N— Mixed Migration Hub (@MixMigrationHub) 3. Dezember 2017

Die Internationalen Organisation für Migration arbeitet mit den lokalen Behörden zusammen. 15000 Migranten aus Afrika kehrten im letzten Jahr in ihre Heimat zurück. Priorität hat die Ausbildung. Dazu Marina Schramm:

“Da ist dieser Punkt des Scheiterns. Deshalb es für uns äußerst wichtig ist, an der psychologischen und psychosozialen Unterstützung zu arbeiten. Wir schaffen Selbstbewusstsein. Deshalb ist Training extrem wichtig. Ein Diplom macht etwas aus jemandem. Es ist etwas anderes nichts zu haben”.

In der Elfenbeinküste ist der zweitägige EU-Afrika-Gipfel zu Ende gegangen. https://t.co/NBbXE9cGah— Die Nachrichten (@DLFNachrichten) 30. November 2017

Die Elfenbeinküste ist der größte Kakaoexporteur der Welt, doch die Armut im Land ist weit verbreitet.

Das Geld wird in Europa verdient, dort findet die Wertschöpfung statt. Multinationale Unternehmen bestimmten die Kakaopreise. Eine Möglichkeit für die lokalen Farmer besseres Geld zu verdienen besteht im Fair Trade Geschäft:

“Eine Genossenschaft, die im Fair Trade Geschäft tätig ist, erhält bessere Preise für den Kakao, aber die Wertschöpfung liegt in der Weiterverarbeitung und die findet nicht im Land statt. Bauern verdienen weniger als 10 Prozent des Preises einer in Europa verkauften Tafel Schokolade”.

Das Fair Trade Geschäft bietet eine Alternative. 66 Farmer haben sich beispielsweise zur Bandama Kooperative zusammengeschlossen. Hier wird Kakao ohne den Einsatz von Chemie produziert, die Preise sind stabil und werden nicht von den Unternehmen diktiert.

Was noch fehlt, ist die Möglichkeit der Weiterverarbeitung, so Jean Evariste Salo:

“Wir müssen das Geld dafür haben, oder wir müssen geschult werden, damit wir Schokolade lokal herstellen können. In Europa sind die Menschen es leid, giftiges zu essen. Sie fangen an nach biologischen Produkten zu fragen, also ist Bio die Zukunft”.

“Entwicklung beginnt mit den Kindern!” Unser Pressesprecher Rudi Tarneden heute Mittag um kurz nach zwei im Gespräch mit Deutschlandfunk Campus & Karriere zum Thema EU-Afrika-Gipfel. Unser Lesetipp dazu: https://t.co/4bBBbicd7P #generation2030 #unicef #EUAfricaSummit pic.twitter.com/Y0fjwOFGAa— UNICEF Deutschland (UNICEFgermany) 2. Dezember 2017

Afrika ist auch dafür bekannt, einer der unternehmerischsten Kontinente zu sein. Ein Beispiel dafür ist Babylab, ein Verein, der 2014 von Guiako Obin gegründet wurde, um Computer zu recyceln und Kindern beizubringen, mit dem Computer zu arbeiten:

“Wir müssen bei den lokalen Behörden viel Lobbyarbeit leisten, damit wir das kopieren können, was schon in vielen Regionen Afrikas passiert”.

Solche Projekte sollen gefördert werden, so Stefano Manservisi, zuständig für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung der EU:

“Priorität hat die Interkonnektivität, der Zugang zu grundlegenden Informationen und der Zugang zu Diensten, die erschwinglicher sind. Das ist wichtig für die Beziehung zwischen der Bevölkerung und der Verwaltung”.

Die EU hat nun einen Fonds für die nachhaltige Entwicklung Afrikas in Höhe von 4 Milliarden Euro zur Finanzierung privater Investitionen in Höhe von 44 Milliarden Euro festgelegt.