Ethik-Professor prophezeit: „Das autonome Auto wird eine Supermacht“

Business Insider Deutschland
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Menschen seien im Moment nicht dazu bereit, selbstfahrenden Autos zu vertrauen, sagt Ethik-Professor Iyad Rahwan. Das Thema hätte die Automobilindustrie lange Zeit gemieden. „Wenn die Menschen nicht bereit sind, ihr Leben in die Hände der Künstlichen Intelligenz zu legen, bringt uns der ganze technische Fortschritt nichts“, sagte er im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Es bestünden ernsthafte Zweifel daran, ob ein Auto überhaupt die Versprechen einzuhalten, die die Autoindustrie mache.

Eine weitere Schwierigkeit sieht Rahwan beim Beispiel des unvermeidbaren Unfalls. „Das Auto hat in diesem Fall nur die Wahl zwischen zwei Handlungen: Die eine verletzt den Fahrer, die andere trifft spielende Kinder auf der Straße. Was soll das Auto tun, und wer sollte darüber entscheiden?“, fragt sich der Experte. Dass Maschinen Entscheidungen von dieser moralischen Tragweite entscheiden müssen, hat es vorher noch nie gegeben. Das überfordere die Menschen noch zu sehr.

„Die Vorstellung, dass der Fahrer geopftert wird, verängstigt die Menschen“

Ähnliches zeige auch seine Forschung. Autos, die programmiert werden, den Schaden für alle Beteiligten so gering wie möglich zu halten, würden schlicht nicht gekauft werden. „Allein die Vorstellung, das Auto könnte Entscheidungen treffen, die darauf hinauslaufen, dass der Fahrer geopftert wird, verängstigt die Menschen“, sagte Rahwan. Das führe zu einer Art psychologischer Überreaktion.

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