„Warum ETFs & Indexfonds für die Nüsse sind“

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 2 Min.
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Sind ETFs und Indexfonds für die Nüsse? Grundsätzlich kann man natürlich damit argumentieren, dass der Ansatz nicht für jeden Investorentyp geeignet ist. Der Ansatz ist passiv, von der Gesamtrendite her auf den Marktdurchschnitt limitiert. Zudem dürfte man mit dem breiten Markt nicht von jetzt auf gleich reich werden können.

Vorteile sind jedoch, dass man langfristig orientiert ein Vermögen aufbauen kann. Und das relativ einfach mit wenig Erfahrung oder auch Aufwand. Ein Kompromiss, den viele bedienen, weshalb ETFs und Indexfonds auch so beliebt sind.

Jetzt habe ich bei meinen Recherchen jedoch eine spannende Headline gewesen: Im Englischen hieß es: Why index funds are nuts. Oder, zu Deutsch: Warum sie in Teilen nicht zu gebrauchen und eben für die Nüsse sind. Lass uns diese spannende These einmal etwas genauer ausführen.

ETFs & Indexfonds: Für die Nüsse?

Die Kernthese lässt sich im Endeffekt auf ein wesentliches Merkmal herunterbrechen. Der besagte Schreiberling ist der Ansicht, dass der Kompromiss und der marktbreite Index-Ansatz nicht so gut sind wie das Versprechen dahinter. Das wiederum wird an einem ziemlich prominenten Beispiel ausgeführt: der Tesla-Aktie.

Bei ETFs und Indexfonds, natürlich mit US-amerikanischem Schwerpunkt, erhalten Investoren inzwischen unter anderem ein Tesla-lastiges Gesamtpaket. Die Beteiligung an dem US-amerikanischen Elektroautobauer sei dabei größer als die Beteiligung an der gesamten US-amerikanischen Home-Building-Industrie. Für den Verfasser ein Schwachpunkt. Leugnen lässt sich das mit Blick auf die gängigen Indexgewichtungen jedenfalls nicht.

Aber auch andere Beispiele, die eigentlich einen Schwerpunkt jeder Wirtschaft bilden sollten, sind demnach unterrepräsentiert. Dabei verweist der Verfasser auf starke Namen wie unter anderem General Mills oder auch Hasbro. Oder auch andere starke Namen. Alle diese Chancen seien unterpräsentiert im Vergleich zu starken Namen wie eben Tesla.

Das führt dazu, dass der Gesamtmix zwar irgendwo einen Querschnitt abbildet. Allerdings bloß mit Blick auf die Marktkapitalisierungen, was unterschiedliche Chancen und Risiken verbrieft. Rein quantitativ ist die Performance einer Tesla-Aktie damit natürlich entscheidender als beispielsweise eine eher defensive General Mills.

Wie immer: Es ist ein Kompromiss

ETFs und Indexfonds sind und bleiben daher vor allem eines: ein Kompromiss. Sie bieten Zugang zu einem größengewichteten Index, der trotzdem langfristig orientiert ein solides Renditepotenzial besitzen kann. Natürlich hat das den Preis, dass einige Aktien immer stärker gewichtet sind als andere. Einen möglichst idealen Mix für dich persönlich gibt es nicht. Das geht nur mit einem eigenen Portfolio.

Letztlich liegt es an dir, zu entscheiden, ob du dich auf diesen Mix einlassen möchtest, oder eben nicht. ETFs und Indexfonds bilden damit gewiss einen Querschnitt des jeweiligen Marktes ab. Das ist ein Kompromiss, der zu einer soliden Rendite führt. Womöglich ist es letztlich die Rendite, die das entscheidende Merkmal sein sollte. Der Indexfonds ist vielleicht nur das Vehikel.

Der Artikel „Warum ETFs & Indexfonds für die Nüsse sind“ ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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