ETFs überholen Hedgefonds

Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) weltweit in Exchange Traded Funds angelegte Vermögen hat im Juni das der Hedgefonds überstiegen. Wie das Research-Unternehmen ETFGI meldet, wurden insgesamt 2,971 Bio. US$ in passiven Fonds geparkt – zwei Milliarden mehr als in gehedgten aktiven Vehikeln.

Vor zehn Jahren, als die ETF-Branche noch jung war, kamen auf zehn in Hedgefonds investierte Dollar ein Dollar in ETFs (Shenzhen: 395013.SZ - Nachrichten) . Seidem hat sich das Wachstum in beiden Anlageklassen beinahe parallel vollzogen; heute sind dort jeweils rund drei Billionen US$ investiert.  

Anlagevolumen in Fondsklassen 
in Billionen US$ 

Quelle: ETFGI 

Während ETFs jedoch nach einem simplen Mechanismus einen entsprechenden Index nachbilden, setzen Hedgefonds auf komplexere Strategien. Darin können auch Derivate enthalten sein, um von wechselnden Marktsituationen zu profitieren. Entsprechend aufwändig ist auch das Management der Fonds und entsprechend hoch fallen die Gebühren aus. Üblicherweise sind bei Hedgefonds zwei Prozent Verwaltungsgebühr und eine Performance Fee in der Größenordnung von 15 bis 20 Prozent pro Jahr fällig. Bei ETFs liegt die Verwaltungsgebühr in der Größenordnung von 0,07 Prozent pro Jahr.  

Diese Disparität ist mittlerweile kaum mehr zu rechtfertigen – das ist zumindest der Tenor eines Beitrags im Economist: Danach haben die Renditen der Hedgefonds in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich nachgegeben und liegen mittlerweile im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Dementsprechend bescheidener sei auch das Auftreten der Fonds: Verkauften sich Hedgefonds zu ihren Hochzeiten, als Investor (London: 0NC5.L - Nachrichten) -Legenden wie George Soros die Märkte in Atem hielten, noch als Anlagen mit „außerordentlichen Renditen“, spricht die Branche heute lieber von “risiko-adjustierten Erträgen”.

Renditen von Hedgefonds

rollierender Durchschnitt auf 5 Jahre 

Quelle: Hedge Fund Research

Diese risiko-adjustierten Erträge können jedoch auch einfacher erzielt werden: Der Index-Dienstleister Standard & Poors hat nachgerechnet, dass ein Portfolio, das jeweils zur Hälfte aus US-Anleihen und weltweiten Aktien besteht, den Durchschnitt der Hedgefonds über fünf Jahre locker geschlagen hat. Rechnet man die bei Hedgefonds üblichen Gebühren hinzu, liegt die Performance des Modell-Portfolios exakt auf dem Durchschnitt des Modells. Daraus schließt der Economist, dass Hedgefonds “eine sehr teure Art sind, allgemein verfügbare Anlagen zu kaufen”.  

 

Auch wenn das Volumen der ETFs die Hedgefonds jetzt eingeholt hat: In aktiv gemanagten Fonds sind immer noch mehr als 16 Billionen US$ investiert. Es wird noch eine Weile dauern, bis ETFs dieses Volumen erreichen.

(TG)