Etappensieg für die UBS


An Selbstbewusstsein mangelt es Sergio Ermotti nicht. „Vor einem Jahrzehnt begann für die UBS die herausforderndste Zeit ihrer Geschichte“, sagte der UBS-Chef am Freitag. Doch diese Zeit habe man gemeistert. Die Lektion: „Anhaltender Erfolg ist nur mit einer belastbaren Strategie möglich“.

Das Vermögensverwaltungsgeschäft auszubauen, machte sich für die Schweizer nun bezahlt. Doch auch die Investmentbank verdiente mehr. So fallen die Ergebnisse für das dritte Quartal, die Ermotti am Freitag präsentierte, größtenteils erfreulich aus: Vor Steuern waren 1,2 Milliarden Franken drin, und damit satte 39 Prozent mehr als im Vergleichsquartal. Doch für den Rest des Jahres dämpfte Ermotti die Erwartungen. Denn es bleiben Risiken.


Die Schweizer fürchten, dass sich die Kunden wegen der weltpolitischen Spannungen und der unsicheren Notenbankpolitik im vierten Quartal zurückhalten könnten. Dass die Europäische Notenbank noch immer an den Negativzinsen festhält, bekommt auch die UBS zu spüren. Die Bank gibt einen Teil davon als Gebühr an reiche Kunden weiter, und so zogen diese Gelder aus der Vermögensverwaltung ab. Insgesamt konnten die Schweizer aber rund 2,4 Milliarden Franken mehr Kapital einwerben. Ein Wehrmutstropfen: Die Nettomarge ging dabei leicht zurück. Das Geschäft der Investmentbank entwickelte sich in etwa im Rahmen der Erwartungen.

Zwar bekam auch die UBS die Flaute im Anleihehandel zu spüren, dafür lief das Aktiengeschäft vergleichsweise ordentlich.


Ihre Kernkapitalquote (CET 1) konnte die UBS auf 13,7 Prozent steigern – sie liegt damit höher als erwartet. Bei Aktionären weckt das die Hoffnung, dass die Bank eine höhere Dividende ausschütten oder Aktien zurückkaufen könnte. Ob die Kapitalanforderungen noch weiter steigen, ist derzeit nicht sicher – die Diskussion um die so genannten Basel-IV-Regeln hängt in der Schwebe.

Dazu kommt: Auch wenn die Strategie des Managements nun Früchte trägt, bleiben Altlasten. Für laufende Rechtsstreitigkeiten, darunter ein Verfahren zum US-Immobilienmarkt, hat die Bank weiter rund 2,4 Milliarden Franken zurückgestellt. Auch zehn Jahre nach dem Beginn der Finanzkrise ist das Kapitel noch nicht ganz abgehakt.