ETA-Anschlag mit 21 Toten: "So, wie ich mir die Hölle vorstelle"

Der Autobombenanschlag auf das Hipercor-Einkaufszentrum in Barcelona mit 21 Toten ist als das verheerendste ETA-Attentat in die Geschichte eingegangen.

Jose Vargas überlebte den Anschlag vor 25 Jahren. Heute ist Vargas Präsident einer katalanischen Vereinigung von Terroropfern. Euronews-Korrespondentin Cristina Giner befragte Vargas in Barcelona.

"Es war genau 16 Uhr und acht Minuten als wir den Korridor über dem Parkdeck entlang gingen, wo die Autobombe platziert war. Dann explodierte der Sprengsatz und eine Feuerwalze raste auf uns zu. Die Decke stürzte ein. Die ganzen Regale mit allem was da drin war flogen umher. Plötzlich war alles dunkel. Es war so, wie ich mir die Hölle vorstelle."

"Und es war tatsächlich die Hölle, weil wir nichts sehen konnten. Lebten wir noch oder waren wir schon tot, fragten wir uns. Und dann waren da die Schreie, die Hilferufe."

"Alle Opfer sind Opfer. Punkt. Es gibt keine Opfer erster oder zweiter Klasse. Wir alle sind Opfer. Die Uniformträger genauso wie die Zivilisten."

"Vergeben ist ein großes Wort. Wenn Vergebung nicht von Herzen, aus dem tiefen Inneren kommt, dann dient sie nur dem oberflächlichen Konsum der eigenen Anhänger. Andere Menschen lassen sich von dieser Art der Vergebung nicht beeindrucken."

"Die Auflösung der Bande von Terroristen, dieser Gang von Attentätern, ist eine erzwungene Auflösung. Erzwungen von den staatlichen Sicherheitskräften und den ETA-Opfern selbst. Dafür sollten wir auch die spanische Regierung tadeln, auch die Vorgängerregierungen. Um diese Geißel des Terrorismus zu beenden, hat die Regierung nicht auf die Opfer gezählt, was sie aber hätte tun sollen. Die Regierung hat nicht mit den Opfern zusammengearbeitet und sie weder gefördert noch ausreichend unterstützt. Durch dieses Unterlassen ist das Vorgehen gegen die Killer von der ETA nicht unbedingt glaubwürdiger geworden."