Esteban Ocon widerspricht Renault: Von wegen Evolution!

Maria Reyer

Renault hat am Mittwoch erste Details vom neuen R.S.20 veröffentlicht, das gesamte Auto aber noch nicht gezeigt. Die Teamführung betont, dass es sich beim 2020er-Renner um eine Evolution des R.S.19 handle. Doch Neuankömmling Esteban Ocon widerspricht: "Es gibt ein paar große Änderungen!"

Teamchef Cyril Abiteboul sprach bei dem Event in Paris von einer Evolution. Man habe sich aufgrund der stabilen Regeln für keinen totalen Umbau entschieden - trotz der enttäuschenden Resultate mit dem Vorgängermodell. Man habe sich dazu entschieden, einige Schlüsselelemente vom R.S.19 zu übernehmen.

Doch Hülkenberg-Nachfolger Ocon widerspricht dem Teamchef. "Zuletzt gab es wohl vor vier Jahren solch radikale Änderungen was die Philosophie des Autos und das Aussehen betrifft", kündigt der 23-Jährige an. "Sie sind schon gespannt, wie das aussehen wird. Vielleicht funktioniert es nicht, vielleicht aber auch ganz gut."

Die Renningenieure seien bereits "sehr aufgeregt", da es am Auto "zahlreiche Änderungen" gebe. "Noch hat man nicht viel vom Auto gesehen, nur die Farbe. Was man sehen wird, ist ziemlich interessant. Es gibt große Änderungen."

Nachsatz: "Ich glaube, wir sind eines jener Teams, das sich am meisten verändert hat." Damit stehen die Aussagen des Nachwuchsfahrers ganz klar im Kontrast zu jenen der Teamführung. Teamchef Abiteboul ließ bei dem Launch-Event wissen: "Wir haben in diesem Jahr einen anderen Ansatz gewählt."

"Die Regularien sind stabil, daher hat uns das die fantastische Möglichkeit gegeben, ein paar Elemente am Auto zu behalten, die keine direkte Relevanz für die Performance des Autos haben", so Abiteboul. Ocon dagegen behauptet: "Das Auto sieht anders aus. Ich meine, ja, wir haben mit derselben Basis begonnen, aber auch nicht wirklich ..."

Zwar sei der 2020er-Renner nicht komplett gleich wie sein Vorgänger, räumt auch Abiteboul ein. Man habe sich aber nur auf spezifische Bereiche konzentriert, was sich auch auf 2021 positiv auswirken soll. Auch Marcin Budkowski, Renault-Sportdirektor, ergänzt: "Wir wollten eine Evolution."

Zwei Vorteile habe dieser Ansatz: "Wir konnten uns wirklich auf unsere Stärken und Schwächen des R.S.19 konzentrieren und auf die Performance, ohne mit einem weißen Blatt Papier zu beginnen." Außerdem würde das dem Team eher die Freiheit geben, sich schon auf das Folgejahr vorzubereiten.

Konkret gibt es laut der Teamführung aber dennoch punktuell Konzeptänderungen, etwa an der Aerodynamik und der Radaufhängung. Das französische Werksteam hat mit einer Präsentation in der Launch-Woche für Aufsehen gesorgt, da der neue Bolide der Öffentlichkeit in Paris nicht vorgestellt wurde. Nur wenige Detailbilder wurde veröffentlicht, was dem Team Kritik einbrachte.

Mit Bildmaterial von Renault.