Esteban Ocon stimmt Vettel zu: WM muss nicht 22 Rennen haben

Christian Nimmervoll

"Eine Saison ist eine Saison, egal ob es zehn, 15, 20 oder 25 Rennen gibt", hat Sebastian Vettel angesichts der Coronavirus-Pandemie, vor der auch die Formel-1-WM nicht verschont geblieben ist, kürzlich gesagt. Mit weniger Rennen sei "jedes einzelne Rennen wichtiger, aber die WM wäre noch immer eine WM."

Eine Aussage, die Renault-Pilot Esteban Ocon unterschreibt: Eine WM 2020 mit nur zehn Rennen hätte "auch ihre Berechtigung", sagt er im Interview mit 'Sky'. "Es sind genug Rennen, und alle haben die gleichen Voraussetzungen, den Besten zu bestimmen." Ocon ergänzt jedoch: "Je mehr wir fahren können, desto besser für die WM. Solange wir Rennen fahren können, bin ich happy."

Klar ist auch: Sollten es am Ende tatsächlich nur rund zehn Rennen werden, steigt die Bedeutung der einzelnen Rennen. "Du hast dann keinen Joker mehr, kannst dir keine Ausfälle leisten", erklärt Ocon. "Es wäre sehr wichtig, alle Rennen zu beenden, so viele Punkte zu sammeln wie möglich, ins Ziel zu kommen."

Angst, dass die derzeit geplanten "Doppel-Grands-Prix" etwa in Spielberg oder Silverstone zweimal ein sehr ähnliches Ergebnis liefern könnten, hat er nicht: "Das passiert niemals! Natürlich: Wenn du das erste Rennen gewinnst, willst du auch das zweite gewinnen. Ich habe die Erfahrung mit zwei Rennen auf der gleichen Strecke ja schon gemacht - in der Formel 3, in der DTM."

"Das Ergebnis ist nie gleich", unterstreicht Ocon. "Wenn du das zweite Mal fährst, bist du stärker. Du weißt, was du zu tun hast und wie du auf gewisse Dinge reagieren musst. Die Dinge ändern sich, und manch einer ist beim zweiten Mal besser - oder steigert sich vielleicht auch nicht genug. Es ist jedes Mal anders."

Den Coronavirus-Lockdown meistert er indes recht gut. Wie viele seiner Kollegen hält sich der 23-Jährige unter anderem mit dem Internet bei Laune: "Gegen Carlos Sainz bin ich ein paar Online-Rennen gefahren, und mit Lance Stroll habe ich kürzlich telefoniert. Mit Lewis habe ich ein paar Nachrichten ausgetauscht, einfach um zu sehen, wie es ihm geht."

Und auch die Verbindung zu seinem neuen Arbeitgeber Renault ist trotz der Ausgangsbeschränkungen nicht abgerissen: "Ich stehe in Kontakt mit Alain Prost, meinem Team, Cyril [Abiteboul], meinen Ingenieuren. Einfach um zu sehen, wie es ihnen geht - und über das zu plaudern, was wir lieben."

Mit Bildmaterial von LAT.