Esoterikladen in Bayern erteilt Immigranten Hausverbot

Das Töginger Rathaus muss sich zurzeit mit einem Fall von Diskriminierung befassen (Foto: Konrad Lackerbeck/Wikimedia Commons/ CC BY 3.0)

Die Besitzerin eines Esoterikgeschäfts in Töging sorgt mit der Diskriminierung von Asylbewerbern für Schlagzeilen. Sie sprach ein Hausverbot aus und begründete dies mit vermeintlichen Diebstählen durch Immigranten. Der Bürgermeister der bayerischen Stadt will diese Service-Verweigerung nicht hinnehmen und hat den Bund eingeschaltet.

„Achtung! Collectiv-Maßnahme: Wir wünschen keine Asylanten als Kundschaft in unserem Ladenlokal!“ Mit diesem Zettel im Schaufenster sorgt die Töginger Ladenbesitzerin für Aufsehen. Das Hausverbot hängt seit der vergangenen Woche in ihrem Esoterikgeschäft aus, wie die „Passauer Neue Presse“ berichtete. Die Zeitung zitierte die Geschäftsfrau mit der Aussage, in der vergangenen Zeit sei ihr durch Diebe ein Schaden in Höhe von 400 Euro entstanden. Als Täter machte sie Geflüchtete und Immigranten aus: „Da kann man noch so aufpassen, sie schaffen es immer wieder.“

Bürgermeister Tobias Windhorst nahm dem Bericht zufolge Kontakt zu der Ladenbesitzerin auf und schaltete die Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Berlin ein. Die beschäftigt sich laut der Zeitung mittlerweile mit dem Hausverbot. Ein Sprecher sagte, die Dauer der Prüfung könne noch nicht eingeschätzt werden. Allgemein müsse der Zugang zu Dienstleistungen aber „diskriminierungsfrei möglich sein, niemand dürfe also etwa wegen seiner Hautfarbe oder Ethnie ausgeschlossen werden.“

Auch vor Ort stößt die Besitzerin des Esoterikladens, der unter anderem Deko-Steine, Räucherstäbchen und „Heilströme für die Seele“ anbietet, auf Widerstand. Ein zweiter Aushang mit dem Spruch „Diebstahl hat negative Schwingungen“ wurde laut „Passauer Neue Presse“ von einem Unbekannten per eigenem Zettel mit „Offener Rassismus auch“ beantwortet. Ein ehemaliger Kunde schrieb im Gästebuch auf der Internetseite des Geschäfts: „Ich bin leider sehr enttäuscht, dass Sie einen Laden betreiben, der die esoterische und buddhistische Art vermitteln soll und auf der anderen Seite einen derartigen diskriminierenden Schmarrn in ihr Schaufenster hängen.“ Ein anderer Kommentar lobte hingegen den Einsatz der Geschäftsfrau für die „Meinungsfreiheit“.

In Deutschland gilt seit dem 18. August 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Ziel ist es, Diskriminierungen wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.