Eskalation in Idlib: Erdogan trifft Putin in Moskau am 5. März

ISTANBUL (dpa-AFX) - Angesichts der Eskalation der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen türkischem und syrischem Militär in Nordsyrien will Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag in Moskau Kremlchef Wladimir Putin treffen. Das sagte Erdogan in einer Rede in Ankara am Montag. Er hoffe, dass sie sich auf eine "Waffenruhe" oder andere Lösungen einigen und "schleunigst ein Resultat" erreichen könnten. Aus dem Präsidialamt hieß es, es werde ein eintägiger Besuch sein.

Russland ist die Schutzmacht der syrischen Regierung. Moskau bestätigte das Treffen am 5. März. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge, dass Russland darum gebeten habe, mit einer neuen Bodenoffensive der türkischen Truppen bis zum Treffen der beiden Staatschefs zu warten.

Russland messe dem gemeinsamen Kampf mit der Türkei gegen "Terroristen" in Syrien weiter große Bedeutung bei. Moskau habe aber nicht vor, von den bisherigen Vereinbarungen mit Ankara abzurücken. Russlands Militär hatte zuvor gewarnt, dass es angesichts der Schließung des Luftraums über Idlib die Sicherheit der türkischen Streitkräfte nicht garantieren könne.

Idlib im Nordwesten Syriens ist das letzte große Rebellengebiet in dem Bürgerkriegsland. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt islamistische Rebellen. Mit Russland als Schutzmacht der syrischen Regierung hatte sie ein Abkommen geschlossen, um in Idlib eine Deeskalationszone einzurichten und hatte dort Beobachtungsposten aufgestellt. Eigentlich gilt auch eine Waffenruhe. In den vergangenen Wochen war das syrische Militär mit russischer Unterstützung aber weiter in dem Gebiet vorgerückt.

Vergangene Woche waren in Idlib bei einem Luftangriff mindestens 34 türkische Soldaten getötet worden. Die Türkei machte die syrische Regierung verantwortlich und begann schwere Vergeltungsangriffe. Im Rahmen des neuen Einsatzes "Operation Frühlingsschild" schoss die Türkei nach eigenen Angaben unter anderem zwei syrische Kampfflugzeuge ab, die türkische Jets angegriffen hätten. Die syrische Regierung sperrte im Zuge der Angriffe den Luftraum im Nordwesten des Landes.