"Es reicht" - Tausende setzen Zeichen gegen Antisemitismus und Aggressivität

Gegen den wachsenden Antisemitismus in Deutschland und gegen Aggressivität sind tausende in Berlin und anderen Städten auf die Straße gegangen.

Auf der Demonstration in Berlin erklärt eine Frau, warum sie an der Demo teilnimmt:

"Weil wir uns alle mit den Juden in Berlin und in Deutschland solidarisieren müssen, indem wir ein Zeichen setzen, eine Kippa tragen, unseren Kindern ein Kippa geben und zeigen, dass wir alle in gewisser Weise Juden sind. (...) Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, alles was darunter fällt, Muslimfeindlichkeit, alles ist gestiegen, die Statistik zeigt das auch ganz deutlich."

Viele Teilnehmer verwehren sich dagegen, mit dem Finger auf Muslime zu zeigen und den wachsenden Antisemitismus mit den Flüchtlingen in Verbindung zu bringen.

Anwalt Rüdiger Mahlo meint: "Es gibt Antisemitismus auf der rechten Seite, es gibt Antisemitismus auf der linken Seite, und es gibt auch Antisemitismus, der von Muslimen, aber auch von anderen Leuten in der Gesellschaft, aber es ist egal, woher er kommt, es ist wichtig, dass er bekämpft wird."

Der Präsident des Zentalrats der Juden in Deutschland Joseph Schuster sagte:  "Es reicht. Wir haben uns in Deutschland viel zu gemütlich eingerichtet. Ein bisschen Antisemitismus, ein bisschen Rassismus, ein bisschen Islam-Feindlichkeit – ist doch alles nicht so schlimm? Doch, es ist schlimm."