Erzbistum Köln: Mit 744 Millionen an Kirchensteuern Projekte in aller Welt finanziert

Seit 1963 sind rund 744 Millionen Euro an Projekte in vielen Ländern geflossen.

Die Entfernungen schienen gering auf dem Globus, den Kardinal Joseph Höffner von 1969 bis 1987 Erzbischof von Köln, in seinem Büro stehen hatte. Wenn er auf die Weltkugel blickte, konnte er leicht auf die Idee kommen, auch noch in einem anderen Land mit Geld zu helfen, schließlich liege es „bloß um die Ecke“.

Daran erinnerte sich Kardinal Rainer Woelki, als er am Mittwoch im Generalvikariat das weltkirchliche Engagement des Erzbistum Köln vorgestellt wurde. Anlass war die 400. Sitzung des Vergabegremiums, das darüber entscheidet, an welche Projekte Jahr für Jahr jeweils 3,5 Prozent der Kirchensteuern gehen.

„Entspricht dem Auftrag Christi“

Seit 1963 wurden rund 744 Millionen Euro in Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien und Osteuropa investiert. „Als Ortskirche sind wir kein geschlossenes System“, sagte Woelki. „Solidarität mit den Menschen in den Diözesen weltweit entspricht dem Auftrag Christi und gehört darum zu unseren Kernaufgaben.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten das Erzbistum selber von finanziellen Hilfen der Schwesterkirchen in der ganzen Welt profitiert, zum Beispiel von Geld für den Wiederaufbau von Gebäuden im stark zerstörten Köln. Aus dieser Erinnerung heraus begründete Kardinal Josef Frings für das Erzbistum Köln im Jahr 1954 eine erste Partnerschaft mit der Erzdiözese Tokio; sieben Jahre lang sammelten Gläubige zu Weihnachten Spenden für den Partner in Japan.

Kirchliche Strukturen sollen aufgebaut werden

Hauptaufgabe sei der „Aufbau kirchlicher Infrastruktur“, sagte Rudolf Solzbacher, Leiter der Diözesanstelle Weltkirche/Weltmission. So hat das Erzbistum in den zurückliegenden 20 Jahren den Bau oder die Sanierung von mehr als 5400 Kirchen und Kapellen mitfinanziert. Außerdem hat es Geld für mehr als 2500 Projekte zur Anschaffung von Autos, Lastwagen und Fahrrädern bereitgestellt; Fahrzeuge seien wichtig, sagt Solzbacher, damit „die Seelsorger in großen Bistümern die Menschen erreichen können“.

2500 bis 3000 Bitten um Hilfe gehen jedes Jahr in Köln ein. Dieses Mal hatte das Vergabegremium, das mehrmals im Jahr tagt, darüber zu entscheiden, wie rund fünf Millionen Euro unter 152 Projekten aufgeteilt werden sollten.

Beispielprojekte in aller Welt, wie Albanien oder Sri Lanka

Beispiel Albanien: Für eine Pfarrei in Fushe-Arrez, zu der 22 größtenteils weit abgelegene Bergdörfer gehören, werden 30.000 Euro bereitgestellt, damit ein Fahrzeug angeschafft werden kann. Die Pfarrei plant, mit Hilfe einer mobilen Verkaufsstelle die Dorfbewohner an gut zugänglichen Orten regelmäßig mit Waren zu versorgen.

Beispiel Sri Lanka. Ein Zuschuss von 24.000 Euro wird dafür gewährt, ein Konvent der Salvatorianerinnen in der Provinz Kurunegala in ein Altenheim umzubauen. Zur Provinz gehören 69 Schwestern, von denen einige nun alt und krank sind. Beispiel Zentralafrikanische Republik: Das Erzbistum gibt 179.000 Euro für den Bau einer Psychiatrie in Bangui, den die Frères de la Charité planen und an dessen Kosten sich auch Missio und das Kindermissionswerk beteiligen.

Außer Kirchensteuern stellt die Erzdiözese Sondermittel aus dem Bistumshaushalt für die Flüchtlings, Not- und Katastrophenhilfe zur Verfügung....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta