Erykah Badu: Warum die Sängerin Hitler für einen tollen Maler hält

Die Sängerin sorgte schon mehrfach für Kontroversen in ihrer Karriere. (Bild: AP Photo)

Sie sang schon auf der Geburtstagsfeier eines afrikanischen Diktators und riet neuseeländischen Schülerinnen, sich mehr zu verhüllen. Nun sorgt eine Aussage der US-Sängerin Erykah Badu über Adolf Hitler für heftige Kritik.

Ein Interview, das Erykah Badu der Online-Seite „Vulture“ gab, sorgt aktuell für Kopfschütteln. Die Sängerin bezeichnete in dem Gespräch Adolf Hitler unter anderem als „wundervollen Maler.“ Hitler hatte vor seiner politischen Laufbahn erfolglos versucht, an der Wiener Akademie der Bildenden Künste angenommen zu werden. Einige seiner Landschaftsbilder sind bis heute erhalten.

Badu erklärte in dem Interview auch, warum sie Hitler für einen „wundervollen Maler“ halte. Sie sei Humanistin und sehe in jedem Menschen etwas Gutes. Der Nazi-Diktator habe eine „schreckliche Kindheit“ gehabt. „Wenn ich mir vorstelle“, so Badu, „wie meine Tochter in so einem Haushalt aufwächst, dann könnte ich sehen, was dann passiert. Das ist Teil meines Wesens. Vielleicht liegt es auch daran, dass mein Sternzeichen Fische ist.“

Erykah Badu findet: An Hitler war nicht alles schlecht. (Bild: AP Photo)

Auf Nachfrage des Interviewers, ihr Argument sei sehr abstrakt, fügte Badu hinzu: „Ich reize meine Grenzen aus. Ich bin eben ehrlich. Manchmal ist meine Meinung zu Themen nicht die populärste.“ Auf den Vorwurf, sie sei eine Antisemitin, erwiderte Badu: „Ich bin kein antisemitischer Mensch. Ich wusste nicht einmal, was ein Antisemit ist, bevor man mich so nannte.“

Badu unterstützte einst den Black-Muslim-Prediger Louis Farrakhan, der judenfeindliche Thesen verbreitete. Im Interview mit „Vulture“ sagte sie, dass sie jedem folge, der „positive Aspekte“ habe – Farrakhan sei einer davon.

Bereits in der Vergangenheit sorgte Badu für Kontroversen. So etwa, als sie für den afrikanischen Diktator Mswati III, der seit 32 Jahren als absolutistischer Herrscher Swasiland regiert, auf einer Geburtstagsfeier sang. Als im April 2016 in Neuseeland eine Debatte darüber entbrannte, ob Schülerinnen sich weniger aufreizend kleiden sollen, schrieb Badu auf Twitter, dass sie diesen Vorschlag gut finde, da Männer triebgesteuert seien und sich von freizügiger Kleidung angezogen fühlen. Viele warfen der Sängerin damals eine Täter-Opfer-Umkehr vor.