Erstmals seit 1961: Bevölkerungsrückgang in der Volksrepublik China

Erstmals seit 1961 ist die Bevölkerungszahl der Volksrepublik China zurückgegangen. Das gab das nationale Statistikamt bekannt. Nicht in die Rechnung einbezogen wurde die Bevölkerung in Hongkong und Macao.

Kang Yi vom chinesischen Statistikamt erläuterte: „Bis Ende 2022 lag die Bevölkerungszahl bei 1,41 Milliarden, das ist ein Rückgang von 0,85 Millionen im Vergleich zum Jahresende 2021. Die Anzahl der Geburten lag bei 9,56 Millionen."

Laut Vorausberechnungen könnte Indien die Volksrepublik bald als bevölkerungsreichsten Staat der Erde ablösen.

Bis 2015 galt Ein-Kind-Politik

„Die meisten von uns, die in den 1980er Jahren geboren wurden, stammen aus Ein-Kind-Familien. Es lastet viel Druck auf einem, weil man sich um seine Eltern kümmern muss und den zukünftigen Lebensstandard erhöhen muss“, sagt eine Frau in Peking.

Und ein Mann in Schanghai meint: „Es herrscht viel Druck. Wer traut sich noch, Kinder zu bekommen? Die Arbeitslosigkeit ist hoch, Covid hat alles zerstört, man kann nichts machen. Nächstes Jahr wird die Zahl weiter zurückgehen.“

Im Oktober 2015 hat China die Ein-Kind-Politik aufgegeben, die zuvor seit 1979 galt. Diese war unter anderem aus Sorge vor Versorgungsengpässen und nachteiligen wirtschaftlichen Folgen eingeführt worden.