Erster Umsatzrückgang bei Lego seit 2004

Lego-Chef Niels Christiansen

Erstmals seit 2004 sind die Umsätze des dänischen Spielwarenherstellers Lego gesunken. Sie gingen 2017 im Vorjahresvergleich um 7,7 Prozent auf 35 Milliarden Kronen (4,7 Milliarden Euro) zurück, wie Lego am Dienstag mitteilte. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen schrumpfte sogar um fast 17 Prozent auf rund zehn Milliarden Kronen.

Es war "ein schwieriges Jahr, wir sind nicht zufrieden mit dem Ergebnis", erklärte Lego-Chef Niels Christiansen, der erst seit Oktober im Amt ist. Sein Vorgänger, der Brite Bali Padda, musste nach nur acht Monaten wieder gehen.

Lego verkaufte zwar mehr Klötzchen und Figuren in den meisten Ländern Europas, in Nordamerika und vor allem in China. Doch der Wert sank, weil Lego die Preise gesenkt hatte - um die Lager zu leeren, wie das Unternehmen erklärte.

Die schlechte Bilanz hatte sich schon im Herbst angekündigt. Damals machte Lego den Abbau von 1400 Stellen bekannt, rund acht Prozent der Belegschaft weltweit. Umsatz und Gewinn waren schon im ersten Halbjahr geschrumpft.

Eine neue Lage für Lego: Für das Familienunternehmen war es jahrelang immer nur bergauf gegangen. Aufsichtsratschef Jörgen Vig Knudstorp hatte schon im Herbst angekündigt, die Organisation müsse straffer und weniger komplex werden, die Kosten sinken, das Angebot auf bestimmten Märkten "bereinigt" werden.

In China aber will Lego durchstarten. Mit dem Internetkonzern Tencent hat das dänische Unternehmen bereits eine Partnerschaft für Online-Spiele geschlossen, Zielgruppe sind chinesische Kinder. Zudem setzt das Traditionsunternehmen aus dem dänischen Billund auf die Digitalisierung, etwa mit dem programmierbaren Roboterset Lego Boost und der App Lego Life, mit der sich Klötzchen-Fans austauschen können.