Personalproblem und Pleite: Darum muss Deutschland zittern

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Personalproblem und Pleite: Darum muss Deutschland zittern
Personalproblem und Pleite: Darum muss Deutschland zittern

Unterm Strich liegt die deutsche Nationalmannschaft ja nach wie vor ziemlich deutlich über den Erwartungen bei dieser Eishockey-Weltmeisterschaft in Lettland. (Alles Wichtige zur WM 2021)

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"Diesmal war das Glück eben nicht auf unserer Seite", sagte Marco Nowak bei SPORT1 ungeachtet der ärgerlichen 2:3 (0:0, 2:1, 0:2)-Pleite gegen Kasachstan.

Auch wenn damit der quasi vorzeitige Einzug ins Viertelfinale zunächst auf sich warten lassen muss, blieb der Verteidiger für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) entspannt: "Wir hatten genug Chancen, um das Spiel für uns zu entscheiden."

Dann machen wir das eben beim nächsten Mal, mochte man dabei heraushören, womit Nowak auch keineswegs falsch liegt. Aller Voraussicht nach noch ein Sieg ist vonnöten, um sich für die Runde der letzten acht Teilnehmer zu qualifizieren.

Die letzten Gegner in der Vorrunde sind am Samstag (19.15 Uhr) Titelverteidiger Finnland, am Montag (15.15 Uhr) die USA und am Dienstag (19.15 Uhr/alle bei SPORT1) Gastgeber Lettland. (Eishockey-WM: Deutschland - Finnland, Samstag ab 19 Uhr LIVE bei SPORT1 im TV und Stream)

Eishockey-WM: Wie reagiert Deutschland auf Dämpfer?

Und doch wurden nach zuvor überzeugenden Siegen gegen Italien (9:4) und Norwegen (5:1) sowie dem Husarenstreich gegen Kanada (3:1) durch den nun ersten WM-Rückschlag zumindest ein wenig auch böse Erinnerungen wach.

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Denn: Beim Turnier 2019 in der Slowakei hatte das deutsche Team vier Siege zum Auftakt gelandet - um verlor anschließend zwei der drei folgenden Vorrundenspiele, um schließlich auch das Viertelfinale in den Sand zu setzen. (WM 2021: Alle Spiele und Ergebnisse)

Es droht in Riga ebenso durchaus schnell zu kippen, das wusste nach der eher überraschenden Niederlage gegen Kasachstan und keine 48 Stunden nach dem ersten WM-Sieg gegen Kanada seit 25 Jahren denn auch Toni Söderholm. (Tabellen und Gruppen der Eishockey-WM)

"Es ist ein langes Turnier, wir müssen daraus lernen", sagte der Bundestrainer. Seine Mannen hätten nicht ihre "beste Leistung gezeigt, wir waren ein bisschen langsam, auch im Kopf." Nun heißt es, die Gedankenschwere zügig wieder loszuwerden: "Wir sammeln jetzt an den zwei spielfreien Tagen unsere Kräfte und fokussieren uns auf unsere Stärken."

Söderholm-Sorgen um verletzten Reichel

Auf eine ihrer Stärken muss die deutsche Nationalmannschaft womöglich aber zunächst verzichten. Ein brutaler Check gegen den Kopf hatte Jungstar Lukas Reichel im Duell mit den Kasachen schon früh aus dem Spiel genommen.

Was Söderholm verärgerte. "Es ist jetzt der dritte Check gegen den Kopf im vierten Spiel", sagte der sonst so gelassene Finne - und fügte an: "Es hilft uns nichts, dass ein Spieler im Nachhinein gesperrt wird."

Wie schwer Reichel verletzt ist, konnte Söderholm noch nicht sagen: "Aber ich werde da kein Risiko fahren." Das 19 Jahre alte Ausnahmetalent hatte bisher zu den auffälligsten deutschen Spielern gehört.

Nach dem Ausfall des Stürmers, der von DEL-Meister Eisbären Berlin in die NHL zu den Chicago Blackhawks wechseln wird, brauchte die Offensive der DEB-Auswahl eine ganze Weile, um sich gegen die sehr kompakt verteidigenden Kasachen Räume zu erarbeiten.

"Die Kasachen haben uns oft nach außen gedrängt und uns wenig hochqualitative Chancen aus dem Slot gegeben.", sagte Stürmer Markus Eisenschmid bei SPORT1.

Wann kann Nachrücker Kahun eingreifen?

Und neue Durchschlagskraft lässt noch ein wenig auf sich warten. NHL-Hoffnungsträger Dominik Kahun, der nach dem Playoff-Aus seiner Edmonton Oilers zwar seit Mittwoch schon vor Ort ist, kann erst zum Ende der Vorrunde eingreifen, wahrscheinlich am Dienstag gegen Lettland.

Hintergrund: Wegen der Corona-Auflagen müssen Nachrücker zunächst eine sechstägige Quarantäne hinter sich bringen.

Ohnehin stellt sich die Frage, wie Kahun dann in ein intaktes Teamgebilde integriert wird, ohne dass es dabei zu Reibungsverlusten kommt. "Ich bin gespannt, in welche Reihe er dann reingehen wird", meinte dazu auch SPORT1-Experte Rick Goldmann. (BERICHT: Goldmann entgeistert nach Videobeweisen)

So oder so: Ins Bockshorn jagen lassen sich die deutschen Kufencracks trotzdem nicht: "Wir haben drei Siege aus den ersten vier Spielen geholt", so Eisenschmid, "darauf können wir aufbauen."

Und den Kasachstan-Dämpfer schnell abhaken. Sonst droht eine Vorrunden-Endspiel gegen den Gastgeber - und sogar das Aus.

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