Erster Kreis in NRW darf zurück zum Distanzunterricht

·Lesedauer: 1 Min.

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - In der Diskussion um Schulschließungen in Nordrhein-Westfalen in der dritten Corona-Welle hat die Landesregierung erstmals einem Kreis erlaubt, den Präsenzunterricht wieder einzuschränken. Im Kreis Düren kehren die weiterführenden Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen in der kommenden Woche zum Distanzunterricht zurück, wie der Kreis und die Staatskanzlei am Donnerstagabend mitteilten. Die Landesregierung habe einen entsprechenden Antrag des Kreises genehmigt.

Vorausgegangen waren zunächst vehement vom Land abgelehnte Forderungen aus mehreren Städten, angesichts steigender Infektionszahlen die Öffnungen der weiterführenden Schulen bis zu den Osterferien auszusetzen oder zurückzufahren.

Nach lauter werdenden Stimmen und Kritik auch von Lehrer- und Schülerverbänden hatte das Schulministerium schließlich die Rückkehr zum Distanzunterricht bei anhaltend hohen Infektionen als letzten Schritt nicht mehr ausgeschlossen. In einem Erlass von Mittwochabend wird diese als "ultima ratio" bezeichnet. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) stellte klar: Es müsse über einige Tage hinweg eine Inzidenz von über 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen geben. Erst dann sei ein Antrag auf "Schließung einzelner Schulen oder tatsächlich aller Schulen" möglich.

Mehrere Städte, darunter Wuppertal, Dortmund und der Oberbergische Kreis, hatten bereits angekündigt, beim Land ähnliche Schritte beantragen zu wollen wie Düren. Nach Angaben des Landeszentrums für Gesundheit lagen am Donnerstag inzwischen 19 kreisfreie Städte und Kreise über der Schwelle von 100 - also mehr als ein Drittel in NRW.