Erster Hilfskonvoi gelangt in syrische Rebellenenklave Ost-Ghuta

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Hilfskonvoi erreicht Ost-Ghuta, zieht aber vorzeitig wieder ab

Der erste Hilfskonvoi für die Einwohner der Rebellenhochburg Ost-Ghuta in Syrien hat seinen Einsatz am Montag vorzeitig beendet. Während des Beschusses durch die Regierungstruppen sei so viel geliefert worden wie möglich, aber nicht alles, hieß es

Erstmals seit Beginn der syrischen Regierungsoffensive auf Ost-Ghuta ist ein Hilfskonvoi in die belagerte Rebellenenklave gelangt. Der Konvoi mit Lebensmitteln und medizinischen Hilfsgütern traf am Montag in den östlichen Vororten von Damaskus ein, wie die UNO mitteilte. Laut Aktivisten kontrollieren die Regierungstruppen ein Drittel der Region, nachdem sie große Agrargebiete in ihre Gewalt gebracht hatten.

"Endlich... Ein Konvoi des syrischen Roten Halbmonds, des IKRK und der UNO ist mit dringend nötigen Hilfsgütern für zehntausende Menschen auf dem Weg nach Ost-Ghuta", erklärte der Hilfskoordinator für Syrien des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Robert Mardini. Für Donnerstag ist laut der UNO ein zweiter Hilfskonvoi für Ost-Ghuta geplant.

Laut der UNO haben die 46 Lastwagen Lebensmittel und Medikamente für 27.500 Menschen geladen. Allerdings habe die Regierung verhindert, dass zahlreiche medizinische Hilfsgüter nach Ost-Ghuta gebracht werden. Seit einer Woche gilt dort eine tägliche mehrstündige Feuerpause, um Hilfslieferungen und die Bergung von Verletzten zu erlauben.

Die von Russland initiierte Feuerpause hat zwar zum Rückgang der Gewalt geführt, aber nicht das Ende der Luftangriffe bewirkt. Bisher gelangte zudem keine Hilfe in die Region, auch konnten weder Verletzte geborgen werden, noch Zivilisten das Gebiet verlassen. Die humanitäre Lage in Ost-Ghuta ist seit langem katastrophal, es fehlt an Medikamenten, viele Kinder leiden Hunger.

Syriens Machthaber Baschar al-Assad ist entschlossen, die Region vor den Toren der Hauptstadt zurückzuerobern, in der seit 2013 knapp 400.000 Menschen im Belagerungszustand leben. Nach dem wochenlangen Bombardement der Region starteten die Regierungstruppen kürzlich eine Bodenoffensive. Am Sonntag betonte Assad, er werde die Region vom "Terrorismus" befreien.

Seit Beginn der Bodenoffensive gelang es Assads Truppen bereits, ein Drittel der Rebellenenklave unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Truppen hätten weitere Agrarflächen östlich von Damaskus erobert und rückten stetig vor, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Ziel ist es demnach, die Region in zwei Teile zu teilen.

Laut der oppositionsnahen Organisation stehen die Regierungstruppen nun nur noch zwei Kilometer vor Duma und kontrollieren 33 Prozent des hundert Quadratkilometer großen Gebiets östlich der Hauptstadt, das bisher in der Hand zumeist islamistischer Rebellen war. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort; für Medien sind sie kaum zu überprüfen.

Bei neuen Luftangriffen in der Nacht zu Montag wurden laut der Beobachtungsstelle mindestens 29 Zivilisten getötet, darunter zehn bei der Explosion einer Fassbombe in der Ortschaft Hammurije. Damit stieg die Zahl der Opfer seit Beginn der Bombenkampagne auf Ost-Ghuta am 18. Februar auf 724, darunter mindestens 170 Kinder.

Der UN-Hilfskoordinator für Syrien, Panos Moumtzis, verurteilte eine "Eskalation der Gewalt" und sprach von einer "kollektiven Bestrafung der Zivilisten". Noch während der Hilfskonvoi in der Stadt Duma entladen wurde, waren neue Luftangriffe zu hören.

Der UN-Menschenrechtsrat forderte die unabhängige internationale Untersuchungskommission für Syrien auf, umgehend Ermittlungen zum Vorgehen der Regierungstruppen in Ost-Ghuta aufzunehmen. Zudem verlangte er die Umsetzung der 30-tägigen Waffenruhe, die am 24. Februar vom UN-Sicherheitsrat beschlossen worden war, bisher aber nicht eingehalten wurde.

Die US-Regierung verurteilte ihrerseits am Sonntag "die fortdauernde Militäroffensive", die Assad "mit Unterstützung von Russland und dem Iran gegen die Bevölkerung in Ost-Ghuta verübt." Das Weiße Haus warf Russland vor, die von ihm selbst mitbeschlossene Resolution zu der Waffenruhe zu missachten.