Erster Evakuierungsflug aus Kabul seit Ende der Militärmission - 15 Deutsche an Bord

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Erstmals seit dem Ende der militärischen Evakuierungsmission in Kabul sind wieder Schutzbedürftige aus der afghanischen Hauptstadt ausgeflogen worden. Der Nationale Sicherheitsrat des Weißen Hauses teilte mit, die Taliban hätten sich "kooperativ" gezeigt.

Nach einem Bericht der "Washington Post" waren auf der Passagierliste des gecharteten Flugzeugs der katarischen Airline Qatar Airways 211 afghanische Doppel-Staatsbürger, darunter Staatsbürger Deutschlands, der USA, Kanadas, Großbritanniens, Italiens, der Niederlande und der Ukraine. Unklar war, ob tatsächlich alle davon bis zum Abflug den Flughafen erreicht hatten.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts bestätigte am Donnerstagabend, dass auch 15 deutsche Staatsangehörige ausgeflogen wurden. Es handele sich bei ihnen vor allem um Frauen und Kinder. "Die Möglichkeit zur Ausreise bot sich sehr kurzfristig. Wir arbeiten weiter intensiv daran, in den nächsten Tagen weitere Ausreisemöglichkeiten zu schaffen und werden die betroffenen Personen darüber aktiv informieren", so der Sprecher. Er dankte Katars Regierung für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten Wochen.

Verhandlungen um Ausreisen nach Ende der militärischen Evakuierung

Der Sicherheitsrat in Washington bestätigte, dass der Flug sicher in Doha in Katar landete. Die US-Regierung werde ihre Bemühungen fortsetzen, Amerikaner und verbündete Afghanen außer Landes zu bringen. Die militärische Evakuierungsmission in Kabul war Ende vergangenen Monats mit dem Abzug der letzten US-Soldaten aus Afghanistan beendet worden. Seitdem bemühen sich westliche Länder wie Deutschland, ihren Staatsangehörigen und ihren früheren afghanischen Ortskräften die Ausreise zu ermöglichen.

Ankunft der Evakuierten in Katar (Bild: AFP / KARIM JAAFAR)
Ankunft der Evakuierten in Katar (Bild: AFP / KARIM JAAFAR)

Zum Flughafen Kabul sagte Katars Sondergesandter für Afghanistan, Mutlak al-Kahtani, am Donnerstag laut "Washington Post", dieser sei nun wieder betriebsbereit. Man wolle eine schrittweise Wiedereröffnung des Flughafens. Für Freitag erwarte er einen weiteren Flug. Die US-Regierung dankte Katar für das Engagement.

USA fordern Kooperation der Taliban

US-Außenminister Antony Blinken hatte die Taliban am Mittwoch bei einem Besuch auf der US-Luftwaffenbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz aufgefordert, ihre Zusage einzuhalten, Afghanen mit entsprechenden Reisedokumenten ausreisen zu lassen. Er hatte auf Charterflugzeuge in Masar-i-Scharif im Norden des Landes verwiesen, mit denen schutzsuchende Afghanen ausgeflogen werden sollten, die von den Taliban aber aufgehalten würden.

In Deutschland haben am Donnerstag mehr als 20 Menschenrechtsorganisationen die Bundesregierung aufgefordert, gefährdete Menschen aus Afghanistan auch in den kommenden Wochen in Sicherheit zu bringen. Die Evakuierungen müssten fortgesetzt und afghanische Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen werden, zum Beispiel durch zivile Flüge aus Afghanistan oder einem Nachbarstaat, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung vom Donnerstag. Zu den Unterzeichnern gehören Amnesty International und Pro Asyl.

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