Zum ersten Mal nach 30 Jahren: Verspäteter Frühjahrsputz auf dem Dach des Hauptbahnhofs

Mit einem Reinigungsroboter werden die gewölbten Glasdächer sauber gemacht.

„Wenn man den Dreh einmal raushat, ist es ganz leicht.“ Nadine Gatzweiler-Simons hat eine gelbe Fernbedienung umgehängt, mit ein paar Schaltern und zwei Joystick-artigen Hebeln. Über das schräge Glasdach des Kölner Hauptbahnhofs steuert sie einen Reinigungsroboter. Er rollt auf einer Fahrkette, die mit Walkleder überzogen ist, für die Haftung auf dem abschüssigen Glas. Vorne spritzt das Wasser, hinten schrubbt eine Bürste. Darunter, auf den Gleisen, rollen die Züge.

Ein 80 Kilogramm schwerer Putzroboter muss aufs Dach

Vor 30 Jahren wurden die trichterförmigen Glasdächer, die in Richtung Hohenzollernbrücke an die große Gleishalle anschließen, gebaut. Seitdem sind sie nicht gereinigt worden. „Es war nicht leicht, eine gute Lösung zu finden“, berichtet Bahnhofsmanager Kai Rossmann. „Scharfes Putzmittel, Dampfstrahl, von Hand – nichts hat so richtig gewirkt.“ Die Lösung: ein 80 Kilogramm schwerer Putzroboter, der normalerweise eingesetzt wird für die Reinigung von Solarzellen, die oft in schwer zu erreichenden Schräglagen auf Dächern angebracht sind – so wie die Glas-Stahl-Konstruktion von Architekt Stefan Polónyi.

Ein sechsköpfiges Team aus Spezialisten, Gebäudereinigern und Gerüstbauern arbeitet seit Anfang Juni an der Reinigung der 25 Trichter. Eine Glasfläche, die drei Fußballfeldern entspricht. „Wir verwenden kein Putzmittel, nur vorgeheiztes, entmineralisiertes Wasser. Das nimmt den Dreck optimal auf“, erklärt der Projektleiter Jochen Pasoldt.

160 000 Euro Kosten für den verspäteten Frühjahrsputz

Eineinhalb Monate dauert die Grundreinigung, der Bahnhof lässt sich den verspäteten Frühjahrsputz 160 000 Euro kosten. „Über die Jahrzehnte hat sich natürlich sehr viel Dreck angesammelt. In Zukunft wollen wir regelmäßig reinigen, das ist dann nicht mehr so aufwendig“, so Rossmann.

„Der Arbeitsplatz hier ist schon etwas ganz Besonderes“, sagt Pasoldt auf dem Glasdach mit Blick über die Hohenzollernbrücke und auf den Dom. „Vor allem, wenn morgens um fünf Uhr die Lichter vom Dom ausgehen und das Tageslicht anbricht. Das ist schon einzigartig.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta