Im ersten Halbjahr 2017 rund 90.000 Asylsuchende in Deutschland registriert

Das Bamf in Nürnberg

Die Zahl der nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge ist im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. Von Januar bis Ende Juni wurden 90.389 Asylsuchende registriert, wie das Bundesinnenministerium am Freitag mitteilte. Sie kamen demnach vor allem aus Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea. Im ersten Halbjahr 2016 waren es noch etwa doppelt so viele Asylsuchende, im zweiten Halbjahr 2015 mehr als achtmal so viele.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) entschied demnach im ersten Halbjahr 2017 über die Anträge von rund 408.000 Menschen, rund 44 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Anzahl der offenen Fälle beim Bamf wurde damit im ersten Halbjahr 2017 deutlich abgebaut, wie das Innenministerium mitteilte.

Hatte es dort zu Beginn des Jahres noch mehr als 433.700 unerledigte Verfahren gegeben, waren es zum 30. Juni 2017 nur noch knapp 146.600. Die Zahl der beim Bundesamt gestellten förmlichen Asylanträge lag demnach im ersten Halbjahr 2017 bei rund 111.600, rund 72 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2016.

"Die Entwicklung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt ist erfreulich", erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Er verwies auf die hohe Zahl der getroffenen Asylentscheidungen im ersten Halbjahr 2017: "Mit 408.147 Entscheidungen hat das Bundesamt so viele Entscheidungen in einem Halbjahr getroffen wie nie zuvor in der Geschichte."

Neben dem Abbau anhängiger Verfahren liege jetzt ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit des Bundesamtes darauf, die Qualitätssicherung voranzutreiben. Außerdem werde das Bundesamt in Kürze mit der angekündigten vorgezogenen Überprüfung von etwa 80.000 bis 100.000 Bescheiden aus den Jahren 2015 und 2016 beginnen, kündigte der Minister an.