Erste Verhandlungen über Zukunft Kataloniens seit anderthalb Jahren

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Pedro Sánchez (l.) und Pere Aragonès (AFP/LLUIS GENE)

Nach anderthalb Jahren Unterbrechung haben die spanische Zentralregierung und die Regionalregierung von Katalonien ihre Gespräche über die Zukunft der nach Unabhängigkeit strebenden Region wieder aufgenommen. Beide Seiten hätten immer noch "radikal unterschiedliche" Positionen, sagte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Mittwoch nach dem Treffen in Barcelona. "Aber wir sind uns einig, dass der Dialog der beste Weg nach vorne ist".

Zuvor hatte er zwei Stunden lang mit dem katalonischen Regionalpräsidenten Pere Aragonès gesprochen. Dieser hatte vor dem Treffen eine Amnestie für alle an dem gescheiterten Unabhängigkeitsreferendum von 2017 Beteiligten sowie ein neues Unabhängigkeitsreferendum verlangt. Beiden Forderungen erteilte Madrid jedoch eine Absage: "Für uns kommt weder ein Referendum noch eine Amnestie in Frage", sagte Sánchez. Dennoch will er den Dialog aufrechterhalten. Er warnte aber: "Wir werden Zeit brauchen, sehr viel Zeit".

Dass die Verhandlungen dauern würden, sagte auch Aragonès bei einer eigenen Pressekonferenz. Mit dem Fortschreiten der Gespräche werde die Regionalregierung aber "Ergebnisse fordern", kündigte er an.

Die Zentralregierung und die Regionalregierung hatten die Gespräche wieder aufgenommen, nachdem die katalanische Separatistenpartei ERC Anfang 2020 der sozialistischen Minderheitsregierung von Sánchez ihre Unterstützung angeboten hatte. Mit Beginn der Corona-Pandemie wurden die Gespräche allerdings wieder unterbrochen.

Barcelona und Madrid streiten schon seit Jahren über die Zukunft der Region im Südosten Spaniens. Im Oktober 2017 hatte die damalige Regionalregierung ein nicht genehmigtes Referendum abgehalten und kurz darauf einseitig die Unabhängigkeit erklärt. Die Separatisten scheiterten jedoch: Einige der Anführer wurden verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt, andere gingen ins Exil.

fml/lan

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