Erste Strafanzeige gegen Fynn Kliemann eingegangen

Einflussreicher Webstar und Unternehmer mit 800.000 Followern: Fynn Kliemann.
Einflussreicher Webstar und Unternehmer mit 800.000 Followern: Fynn Kliemann.

Die Betrugsvorwürfe wegen unsauberer Maskendeals haben für Influencer und Unternehmer Fynn Kliemann (34) erste juristische Folgen. Wie die Syker Kreiszeitung berichtet, seien bei der Polizeiinspektion im niedersächsischen Rotenburg „eine Handvoll Hinweise“ sowie eine Strafanzeige aus der Bevölkerung eingegangen. „Die Leute haben mitbekommen, dass Fynn Kliemann in diesem Landkreis wohnt“, sagte ein Sprecher der Kreiszeitung. Die Behörde stehe zudem im Austausch mit der Staatsanwaltschaft. Auch gegen die Textilfirma Global Tactics, an der Kliemann als Gesellschafter beteiligt ist, liegt laut der Wirtschaftswoche eine Strafanzeige vor.

In der vergangenen Woche hatte der TV-Satiriker Jan Böhmermann im „ZDF Magazin Royale“ brisante Recherchen zu Kliemann veröffentlicht. Demnach soll Kliemann im Frühjahr 2020 falsche Angaben bei Geschäften mit Corona-Schutzmasken gemacht haben. Anders als öffentlich behauptet, stammten diese nicht aus fairer Produktion in Europa, sondern aus Südostasien. Zudem soll Kliemann gemeinsam mit einem Geschäftspartner rund 100.000 fehlerhafte Masken an Flüchtlingscamps verteilt haben. Der Influencer entschuldigte sich für „einige Vorwürfe“, andere bestritt er hingegen.

Fynn Kliemann ist als Youtuber, Musiker, Modeunternehmer, Softwarentwickler und Immobilienkäufer aktiv. Bekannt ist er vor allem für sein Projekt Kliemannsland, ein Bauernhof und Abenteuerspielplatz in Rüspel bei Bremen, das Teil einer Webshow bei Youtube ist. Mit knapp 800.000 Followern auf Instagram zählt Kliemann außerdem zu den einflussreichsten Gründern in Deutschland. Seit Bekanntwerden der Recherchen von Böhmermann hat er jedoch bereits zehntausende Anhänger verloren.

Auch Geschäftspartner haben sich bereits von Kliemann abgewendet. Der Online-Modehändler About You entfernte die von Kliemann produzierten Masken aus seinem Sortiment. Die Trinkwasserschutz-Organisation Viva con Agua kündigte eine langjährige Kooperation mit dem Influencer. Zudem entzog ihm die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis (DNP) eine Sonderauszeichnung. Kliemann selbst teilte am Montag auf Instagram mit, sich demnächst detailliert zu den Vorwürfen äußern zu wollen. Dafür benötige er allerdings Zeit. Er habe einen „riesigen Knoten im Kopf“, so der 34-Jährige.

Ob gegen den Influencer letztlich ermittelt wird, steht allerdings noch nicht fest. Laut Syker Kreiszeitung werden die Hinweise aus der Bevölkerung zunächst gesammelt und der Staatsanwaltschaft übergeben. „Wenn es so sein sollte, dass eine Straftat vorliegt, dann werden wir voraussichtlich in die Ermittlungen einsteigen“, so ein Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg gegenüber der Kreiszeitung.

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