Erste Hilfe für den Jemen - ein Schiff mit Nahrung erreicht den Hafen von Hodeida

Erstmals seit Wochen durfte wieder ein Schiff mit Nahrung den Jemen anlaufen. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hatte Anfang November eine Blockade verhängt, die auch Hilfsgüter betraf. Jetzt erreichten 5500 Tonnen Mehl per Schiff den Hafen von Hodeida. Das zerstörte Land ist von einer Hungernot und Seuchen bedroht.

Stephen Anderson ist Landesdirektor beim Welternährungsprogramm: “Höchste Priorität hat für uns die Nahrungslogistik, als Teil der gesamten humanitären Hilfe. Zuallererst kümmern wir uns um rund 7 Millionen Menschen, bei denen wir davon ausgehen müssen, das sie von Hunger bedroht sind.”

Nur wenige Stunden vor dem Schiff konnten in Jemens Hauptstadt Sanaa seit langem wieder Flugzeuge der Uno mit Hilfslieferungen und Helfern landen. Laut UNICEF hatten die Maschinen mehr als 15 Tonnen dringend benötigte Impfstoffe gegen Diphterie und Tetanus an Bord.

Nach Uno-Angaben benötigen mehr als 20 Millionen Menschen im Jemen Hilfe, sieben Millionen Menschen stehen demnach kurz vor einer Hungersnot, mehr als 8600 Menschen wurden getötet, 2000 weitere starben in diesem Jahr an der Cholera. Laut UNO der Krieg im Jemen die schlimmste humanitäre Krise der Welt ausgelöst.

Alle zehn Minuten stirbt laut Unicef ein Kind im #Jemen an einer Krankheit, die vermeidbar gewesen wäre. https://t.co/bUR3EuGt0h— ZEIT ONLINE (@zeitonline) 26. November 2017

Saudi-Arabien hat laut UN unlängst 32 Nothilfe-Flüge in den von einer Hungerkatastrophe bedrohten Jemen blockiert. Die deutsche Waffenhilfe für Riad droht so zur Beihilfe zu einem echten humanitären Super-GAU zu werden. #rüstungexportestoppen— Katja Kipping (@katjakipping) 22. November 2017