Erste Folgen aus Schach-Skandal

Erste Folgen aus Schach-Skandal
Erste Folgen aus Schach-Skandal

Der Schach-Skandal um Hans Niemann zieht erste Konsequenzen nach sich.

Während der US-Amerikaner nun eine Klage gegen Weltmeister Magnus Carlsen eingereicht hat, ändern einige Turniere ihre Sicherheitsvorkehrungen.

Bei der derzeit laufenden World Fischer Random Chess Championship in Island wollen die Verantwortlichen weitere Betrügereien verhindern.

So werden die Startformationen vor der Partie ausgelost, um so einstudierte Spiel-Eröffnungen zu verhindern. Zudem überprüft ein Arzt regelmäßig, ob sich Mini-Sender in den Ohren der Spieler befinden.

Des Weiteren werden die Turnierpartien nicht mehr live auf YouTube und Twitch übertragen. Mittels einer Zeitverzögerung soll so die Kommunikation mit Menschen von außerhalb unterbunden werden.

Schach-Turnier mit strengen Sicherheitskontrollen vor Ort

Vor Ort setzt das Turnier, an dem auch Carlsen teilnimmt, auf verdeckte Ermittler und strenge Sicherheitskontrolle. Dabei achtet das Sicherheitspersonal darauf, ob Zuschauer den Spielern heimlich Zeichen senden. „Wenn wir ein seltsames Verhalten im Publikum feststellen, werden wir es filmen“, erklärte Organisator Joran Aulin-Jannson, seines Zeichens auch Vizepräsident des Schach-Weltverbands FIDE, im Interview mit der Deutschen Welle.

Zudem sind keine elektronischen Geräte und Armbanduhren erlaubt. Sie müssen vor dem Einlass abgegeben werden und beim Verlassen des Turniers müssen die Menschen fünf Minuten warten, ehe sie ihre Sachen zurückbekommen. Damit soll eine Kommunikation zu den Spielern unterbunden werden.

Die Vorschriften ändern sich dabei jeden Tag und werden erst wenige Stunden vor Spielbeginn an die Spieler weitergegeben, sodass die Betrüger sich nicht auf die Einschränkungen einstellen können.

Mit den neuen Sicherheitsvorkehrungen ist das Turnier in Island nicht alleine. Bei den US-Meisterschaften wurden neue Metall- und Siliziumdetektoren eingesetzt, um elektronische Übertragungsgeräte zu orten. Zudem wurden die Partien mit einer Verzögerung von 30 Minuten übertragen.

In Zukunft könnten auch weitere Turniere auf diesen Zug aufspringen. „Als sich Magnus (Carlsen, Anm. d. Red.) in St. Louis zurückzog, hat das die gesamte Schachgemeinschaft wachgerüttelt. Jeder Organisator war gezwungen, darüber nachzudenken, was er gegen Betrug tun kann“, schilderte Aulin-Jannson.

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