Erste-Chef Spalt verlängert nach Zwist um Strategie nicht

(Bloomberg) -- Die Erste Group Bank AG muss schon wieder auf Chefsuche gehen. Der Vorstandsvorsitzende Bernd Spalt lässt seinen Vertrag nach nur einer Amtszeit im Juni nächsten Jahres auslaufen. Hintergrund ist ein Zwist um die Ausrichtung der größten österreichischen Bank.

Spalt hatte sein Amt am 1. Januar 2020 angetreten und folgte damit der 22-jährigen Regentschaft des charismatischen Bankchefs Andreas Treichl, der das Institut auch in der osteuropäischen Nachbarschaft Österreichs zur Nummer Eins gemacht hat, vor der UniCredit SpA und dem Lokalrivalen Raiffeisen Bank International AG.

“Seine Entscheidung ist eine Folge von unterschiedlichen Auffassungen über die zukünftige langfristige strategische Gesamtausrichtung der Gruppe”, teilte die Erste am Freitag mit. Zu den Gründen für den Zwist wurden zunächst keine Angaben gemacht. Der Aufsichtsrat wird die Suche zu seiner Nachfolge nach der Hauptversammlung nächste Woche in Gang setzen.

Die erste große Entscheidung des langjährigen Risikovorstands der Bank war nur wenige Wochen nach dem Amtsantritt der Verzicht auf ein Gebot für die polnische Tochter MBank der Commerzbank AG, die damals zum Verkauf stand. Seitdem hat Spalt immer wieder Interesse an Akquisitionen in Osteuropa bekundet, aber bislang nur kleinere Deals unter Dach und Fach gebracht.

Zu kämpfen hatte Spalt mit einigen hochkarätigen Abgängen. So verließ recht bald Peter Bosek die Bank, der Privatkunden-Vorstand, dem auch Ambitionen auf den Chefsessel nachgesagt worden waren. Boseks Nachfolger Thomas Schaufler hielt es ebenfalls nicht lange, er ging zur Commerzbank. Auch seinen Pressesprecher wurde Spalt schnell wieder los. Dabei hatte Treichl seinem Nachfolger die Chance gegeben, mit einem quasi runderneuerten Vorstand loszulegen.

(Durchgängig aktualisiert)

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