Erstaunliche Urteile: Wann ist es Mord - und wann nicht?

André Mielke versteht die jüngsten Gerichtsentscheidungen nicht.

Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand? Ich werde das prüfen. Doch leider ist meine 180-Meter-Yacht noch im Bau. Also geht es hier erst einmal nur um zwei Landgerichte: Darmstadt und Cottbus. Ein Urteil aus der brodelnden Lausitzer Sauregurkenmetropole sorgt bundesweit für Erstaunen.

Tötung aus Eifersucht

Verhandelt wurde über einen Mann, der seine Ehefrau der Untreue geziehen, sie 19-fach gemessert, aus dem Fenster gestoßen und schließlich ihre Kehle eröffnet hatte. Von allein wäre ich unmöglich auf die Idee gekommen, es könne sich nicht um Mord handeln. Ich bin aber auch – John Grisham hin, „Zeugin der Anklage“ her – nicht vom Fach.  

Die Staatsanwaltschaft plädierte auf Totschlag. Der Richter folgte. Ein Totschläger bringt vorsätzlich um. Ein Mörder tötet darüber hinaus „aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam“. Nun gilt Eifersucht sehr wohl als tiefergelegtes Motiv, und grausam scheint mir für diesen Fall ein charmantes Wort zu sein.

Doch das sind, begründete der Cottbuser Richter, hiesige Maßstäbe. Der aus Tschetschenien stammende Täter habe erst seit einem halben Jahr...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung