Erst der Saison-Endspurt - dann die WM: Der Profifußball auf der Zielgeraden

Erst der Saison-Endspurt - dann die WM: Der Profifußball auf der Zielgeraden

Die Länderspielpause ist vorbei, der deutsche Profifußball geht in den Saison-Endspurt. Das Rennen um Europa und der Kampf gegen den Abstieg stehen dabei im Mittelpunkt. Es stehen aber auch wichtige Entscheidungen außerhalb des Platzes an - bevor nach dem letzten Spieltag am 12. Mai, dem Pokalfinale (19. Mai) und der Relegation (17. und 22. Mai) alles in Richtung WM-Endrunde (14. Juni bis 15. Juli) nach Russland schaut. Ein Überblick:

Meisterschaft I: Das Thema ist (schon lange) durch. Bayern München holt sich zum 28. Mal den Titel. Mit einem Sieg am Samstag im "deutschen Klassiker" gegen Borussia Dortmund können die Bayern die sechste Meisterschaft in Folge schon eintüten, wenn die Konkurrenz mitspielt. In den europäischen Topligen wird diese Serie nur von Olympique Lyon übertroffen, das in Frankreich von 2002 bis 2008 sieben Mal hintereinander Meister wurde. Juventus Turin ist in Italien allerdings ebenfalls auf dem Weg zum siebten Titel in Folge.

Meisterschaft II: Die Langeweile an der Spitze wird immer mehr zum Vermarktungsproblem für die Deutsche Fußball Liga (DFL). Zum Glück läuft der aktuelle TV-Vertrag noch bis 2021. Sollte es bis dahin aber beim "One Horse Race" (DFL-Boss Christian Seifert) bleiben, wird das Milliarden-Scheffeln für den deutschen Profifußball immer schwieriger.

Champions League I: Schalke 04, Dortmund, Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und RB Leipzig liefern sich einen Fünfkampf um die drei Plätze hinter den Bayern. Auch der Vierte zieht zum ersten Mal direkt in die Königsklasse ein - der UEFA-Reform sei Dank. 1899 Hoffenheim ist im Vorjahr noch in den Play-offs am FC Liverpool gescheitert.

Champions League II: Im aktuellen Wettbewerb vertreten wieder einmal nur die Bayern die deutschen Farben. Am 3. April steht das Viertelfinale beim FC Sevilla an, das Rückspiel findet am 11. April statt. Die Münchner gelten als Favoriten.

Europa League I: Die beiden Verlierer des Rennens um die Champions League sind dabei. Genau wie der DFB-Pokalsieger. Da im Halbfinale des Cup-Wettbewerbs am 17. und 18. April aber nur Top-Mannschaften vertreten sind (Bayern, Leverkusen, Schalke, Frankfurt), wird auch der Siebte seine Chance in den Play-offs bekommen. Also sind Hoffenheim, der VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach, der FC Augsburg und Hertha BSC ebenfalls noch in der Verlosung.

Europa League II: Neuling Leipzig steht als einziger Bundesligist in der Runde der letzten Acht. Dabei treffen die Sachsen auf den französischen Spitzenklub Olympique Marseille. Die Spiele finden am 5. und 12. April statt, Leipzig hat zunächst Heimrecht.

Abstieg: Rein rechnerisch ist für den Hamburger SV und den 1. FC Köln zwar noch etwas drin, dennoch stehen beide Klubs zumindest gefühlt seit Monaten als Absteiger fest. Der VfL Wolfsburg und der FSV Mainz 05 machen den Teilnehmer an der Relegation (17. und 22. Mai) wohl unter sich aus.

Aufstieg: Die Rückkehr von Fortuna Düsseldorf in die Eliteklasse scheint besiegelt, auch der 1. FC Nürnberg hat gute Karten. Die Bundesliga darf sich auf das Comeback zweier Traditionsklubs freuen. Aufsteiger Holstein Kiel schielt auf die Relegation.

Niedergang: Der 1. FC Kaiserslautern, Klub der fünf deutschen Weltmeister von 1954 um Fritz Walter, Bundesliga-Gründungsmitglied, viermaliger Meister und zweimaliger Pokalsieger, muss wahrscheinlich zum ersten Mal in seiner ruhmreichen Historie den Gang in die 3. Liga antreten - exakt 20 Jahre nach der sensationellen Meisterschaft als Aufsteiger. Ob die Pfälzer nach Jahrzehnten der Misswirtschaft die 3. Liga überhaupt stemmen können, ist zudem auch noch nicht sicher.

Pokal: Das Finale steigt am 19. Mai im Berliner Olympiastadion. Wenn Bayern auf Schalke trifft, haben sich die Favoriten im Halbfinale durchgesetzt. Leverkusen und Frankfurt haben etwas dagegen.

Streit I: Die Debatte um die 50+1-Regel wird trotz der Mehrheits-Entscheidung der Klubs zu ihrem Erhalt ein Zankapfel bleiben - möglicherweise auch für die Juristen. 

Streit II: Die Juristen müssen sich auch weiter mit den Kosten für Polizeieinsätze bei sogenannten Hochrisikospielen beschäftigen. Nächster Halt nach der eingelegten Revision der DFL: Bundesverwaltungsgericht.

Streit III: Der Videobeweis wird zwar ständig kritisiert, dennoch ist er auch für die kommende Saison beschlossene Sache. Nur eine Enthaltung gab es beim Votum für einen dauerhaften Einsatz.

WM: Am 15. Mai blicken die Fans gebannt auf das Dortmunder Fußball-Museum. Dort wird Bundestrainer Joachim Löw seinen vorläufigen WM-Kader bekanntgeben - wahrscheinlich mit mehr als 23 Spielern. Bis zum 4. Juni muss beim Weltverband FIFA das endgültige 23er-Aufgebot gemeldet werden.

DFB: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will so bald wie möglich mit den Bauarbeiten für seine neue Akademie in Frankfurt/Main beginnen. Im Juni will die Stadt das Gelände übergeben. Vielleicht wird es noch vor der WM etwas mit dem ersten Spatenstich. Der Bau soll 150 Millionen Euro kosten. Spätestens Anfang 2021 soll der Umzug erfolgen.