Erschossen aufgefundener spanischer Top-Banker nahm sich das Leben

Der erschossen aufgefundene ehemalige Chef der spanischen Bank Caja Madrid, Miguel Blesa, hat sich das Leben genommen. Das ergab nach Behördenangaben am Donnerstag die rechtsmedizinische Untersuchung des Leichnams von Blesa, der in einem Skandal um schwarze Kreditkarten zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden war.

Wie die Zeitung "El País" berichtete, hatte der 69-Jährige am Mittwoch mit Freunden auf einem Jagdanwesen in Villanueva del Rey in der Provinz Córdoba beim Frühstück gesessen, bis er zu seinem Wagen ging. Wenig später sei der tödliche Schuss zu hören gewesen.

Blesa, der enge Beziehungen zur konservativen Regierungspartei PP pflegte, stand jahrelang an der Spitze der Sparkasse Caja Madrid, die 2010 im Zuge der schweren Finanz- und Immobilienkrise des Landes mit mehreren weiteren Banken zu dem Institut Bankia zusammengeschlossen wurde.

Im Februar wurde er wegen seiner führenden Rolle in dem Skandal um schwarze Kreditkarten zu sechs Jahren Haft verurteilt. Dabei sollen mehr als 60 führende Banker und Aufsichtsratsmitglieder der Caja Madrid und später bei der mit Milliardenhilfen geretteten Großbank Bankia mithilfe der Firmenkreditkarten am Fiskus vorbei Millionensummen für Schmuck, Urlaube und Luxusklamotten verprasst haben.

Blesa war gegen das Urteil in Berufung gegangen. Zu den Verurteilten in der Affäre gehörte auch der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato. Er war einst Chef der Caja Madrid und wechselte 2010 für zwei Jahre an die Spitze der Bankia. Rato wurde zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.