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Erneutes Bootsunglück mit Migranten im Mittelmeer

Rom/Antananarivo (dpa) - Nach einem Bootsunglück mit Migranten im Mittelmeer werden 30 Menschen vermisst. Ein Boot mit insgesamt 47 Menschen an Bord habe sich bereits seit Samstag in internationalen Gewässern vor der libyschen Küste befunden, wie die italienische Küstenwache am Sonntag mitteilte.

17 Menschen konnten demnach gerettet werden. Der Rettungseinsatz fand außerhalb des italienischen Zuständigkeitsbereichs statt, hieß es weiter. Das Hilfsprojekt Alarm Phone habe bereits am Samstag sowohl den italienischen als auch den maltesischen und libyschen Behörden gemeldet, dass sich das Boot in Seenot befindet.

Weiter auf Vermisstensuche

Die libyschen Behörden, die in diesem Gebiet für die Such- und Rettungsmaßnahmen zuständig gewesen wären, baten den Angaben der Küstenwache zufolge um Unterstützung bei der Rettung. Ein in der Nähe befindliches Handelsschiff begann daher, die Migranten an Bord zu holen. Dabei sei das Boot gekentert.

Die geretteten Menschen würden nun nach Italien gebracht. Zwei der 17 Geretteten benötigten allerdings medizinische Hilfe, weshalb das Schiff zunächst nach Malta fuhr, um sie so schnell wie möglich zur Behandlung an Land zu bringen. Die Suche nach den Vermissten gehe weiter.

Mehr als 20 Menschen sterben vor Madagaskar

Bei einem Bootsunglück vor der Küste des afrikanischen Inselstaats Madagaskar kamen unterdessen mindestens 22 Migranten ums Leben. 23 Menschen wurden gerettet. Die Suche nach Überlebenden lief am Sonntagabend weiter, teilten die zuständigen Behörden mit.

Das Boot sei nach ersten Erkenntnissen auf dem Weg zur französischen Übersee-Insel Mayotte gewesen, die vor Afrikas Südostküste zwischen Madagaskar und dem Festland liegt. Boote mit Menschen aus Madagaskar machen sich immer wieder von der Nordwestküste des Inselstaats auf den Weg. So stoppte die Küstenwache etwa im Februar ein Boot mit 33 Madegassen an Bord vor Mayotte.