Erneuter Rekordwert: Fast 20.000 Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland

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Passanten mit Schutzmasken in Berlin
Passanten mit Schutzmasken in Berlin

In Deutschland haben die Neuinfektionen mit dem Coronavirus mit fast 20.000 Fällen erneut einen Rekordwert erreicht. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 19.990 neue Infektionen innerhalb eines Tages erfasst. Der bisherige Höchstwert in Deutschland seit Beginn der Pandemie hatte bei 19.059 Fällen gelegen und war am vergangenen Samstag erreicht worden.

Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des RKI 597.583 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehenden Todesfälle in Deutschland stieg demnach auf 10.930 - dies waren 118 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag bei etwa 391.600.

Angesichts dieser Entwicklung mahnte der Marburger Bund Disziplin bei der Einhaltung der Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen an. "Nur dann können wir den langen Winter überstehen", sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft, Susanne Johna. 

Sie nannte es "falsch", angesichts der Corona-Krise von einer vermeintlichen Verbotspolitik zu sprechen. Das sei "makaber" jenen gegenüber, die schwer erkrankt seien. Johna bezog sich damit auch auf ein Positionspapier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), in dem Gebote und Eigenverantwortung gegenüber Verboten favorisiert werden.

Der alleinige Appell an die Eigenverantwortung "genügt nicht", so wichtig dies auch sei, sagte Johna. "Wenn es nicht gelingt, die Zahlen herunterzudrücken, werden auch bei uns Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen." Der Marburger Bund forderte, planbare Operationen in Kliniken zurückzustellen. Die Erlösausfälle müssten erneut durch Freihaltepauschalen abgedeckt werden.

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) forderte eine schnelle finanzielle Absicherung der Kliniken für die zweite Corona-Welle. Für das Gesamtjahr 2021 müsse es einen "Ganzjahresschutzschirm" geben, der alle Corona-bedingten, stationären und ambulanten Erlösausfälle ausgleiche, erklärte Verbandspräsident Gerald Gaß.

Er verwies darauf, dass sich die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten derzeit binnen zwei Wochen verdoppele und am Freitag den Höchststand aus dem April mit rund 2900 Patienten erreichen werde. Bis Ende November sei mit einer nochmaligen Verdoppelung auf dann 6000 Intensivpatienten zu rechnen.

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitswesen hält die Lage dennoch für kontrollierbar. Natürlich gebe es Infektionen, die die Ämter nicht direkt erfassen könnten. "Aber es ist ja nicht so, als ob wir von einer großen Welle überrollt würden und gar nicht mehr wissen, wie wir damit umgehen", sagte die Vorsitzende Ute Teichert im Südwestrundfunk. Sie räumte zugleich ein, dass Personal in den Gesundheitsämtern fehle. "Das wird auf jeden Fall zu einem Problem führen."

hex/cax