Erneute Proteste gegen Sparpolitik in Tunesien

dpa-AFX

TUNIS/ MÉTLAOUI (dpa-AFX) - In Tunesien haben am Sonntag erneut zahlreiche Menschen gegen die Sparpolitik der Regierung, hohe Lebenshaltungskosten und Arbeitslosigkeit protestiert. In der Stadt Métlaoui im Westen des Landes hatten Jugendliche die Straßen blockiert, nachdem das staatliche Phosphatunternehmen CPG die Ergebnisse einer Rekrutierungskampagne bekannt gegeben hatte. Mehrere Demonstranten verbrannten nach Angaben des Radiosenders Mosaique FM Reifen, andere plünderten einen Geldautomaten von einer Bankfiliale in der Region. Sicherheitskräfte räumten demnach später die Straßen.

In dem nordafrikanischen Land waren vor knapp zwei Wochen Tausende Menschen in verschiedenen Teilen des Landes auf die Straße gegangen. Es kam zu Zusammenstößen, Plünderungen und Brandstiftungen sowie zu Hunderten von Festnahmen. Die Proteste richteten sich vor allem gegen ein Anfang des Jahres in Kraft getretenes Finanzgesetz. Die Demonstranten geben unter anderem dem Gesetz die Schuld an erhöhten Preisen für Lebensmittel, Benzin und Telekommunikation.

Tunesien gilt als Mutterland des sogenannten Arabischen Frühlings. Die Wirtschaftslage ist allerdings schlecht, die Staatsverschuldung liegt bei 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Viele junge Akademiker finden kaum eine passende Anstellung.