Reuter tobt - Stieler äußert sich zu Video-Rot

Schiedsrichter Tobias Stieler änderte gleich zwei Entscheidungen nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten

Auch am 13. Spieltag sorgte der Videobeweis in der Bundesliga für reichlich Gesprächsstoff, beim 2:1-Sieg des FC Augsburg gegen den VfL Wolfsburg gab es gleich zwei hochknifflige Szenen.

In der ersten Halbzeit schickte Schiedsrichter Tobias Stieler den Wolfsburger Maximilian Arnold vom Platz, nachdem er ihm zuerst die Gelbe Karte gezeigt hatte. (Die Szene zum Nachlesen im TICKER).

Der nächste Aufreger dann in der 61. Minute: Wolfsburgs-Keeper Koen Casteels bringt im Strafraum Caiuby zu Fall, Stieler zeigt auf den Punkt, aber wieder interveniert Köln und Stieler nimmt den Elfmeter zurück.


Stieler verteidigt zurückgenommenen Elfer

Der Referee verteidigte seine erst nach Rücksprache mit dem Videoassistenten gezeigte Rote Karte nach der Partie: "Wenn man die Szene zum Zeitpunkt des Fouls stoppt, sieht man, dass kein Wolfsburger mehr eingreifen konnte", sagte der Hamburger.

Der Unparteiische hatte Arnold zunächst nur die Gelbe Karte gezeigt, "wohl wissend, dass das grenzwertig war", wie er versicherte.

Deshalb habe er seinen Videoassistenten Tobias Welz in Köln kontaktiert, um sich rückzuversichern. Nach Ansicht der Szene in der "Review-Zone" habe er dann seine Meinung geändert und selbst korrekt auf Rot wegen Notbremse entschieden (11.), sagte er - "nicht der Videoassistent".

Reuter tobt

Eine ganz andere Szene brachte FCA-Manager Stefan Reuter auf die Palme: "Der Videoschiedsrichter darf dann nur einschreiten, wenn es eine ganz klare Fehlentscheidung ist, es ist für mich aber ein hundertprozentiger Elfmeter. Ich verstehe auch nicht, warum er nicht rausgeht und sich die Szene nochmal anschaut," so Reuter bei Sky.

"Ich habe ihm sofort gesagt, dass ich zuerst den Ball berühre. Ich kann mich nicht wegzaubern", sagte Keeper Koen Casteels zu der Szene bei Sky.

"War eine glasklare Fehlentscheidung"

Wolfsburgs Torhüter hatte in der 61. Minute zunächst den Ball gespielt und erst dann Stürmer Caiuby getroffen. "Das war eine glasklare Fehlentscheidung meinerseits. Das war weit von einem Elfmeter entfernt", sagte Stieler.

Auch in dieser Szene hatte Stieler Kontakt zu Welz gesucht. Dieser habe ihm nach Ansicht der TV-Bilder empfohlen, sich zu korrigieren. Stieler folgte diesem Rat - diesmal ohne sich die Szene noch einmal anzuschauen.

Ex-Schiedsrichter Dr. Markus Merk hatte bei Sky eine andere Meinung: "Es ist vielleicht die richtige Entscheidung in der Situation, aber natürlich kann man wieder diskutieren, weil es keine glasklare Fehlentscheidung ist", bewertete Merk die Szene.