Erneut Vorwürfe gegen Influencer Fynn Kliemann: Ungereimtheiten bei NFT-Versteigerung seiner Musik

Der Influencer Fynn Kliemann steht seit einigen Wochen in der Kritik. - Copyright: Chris Marxen / Headshots Berlin
Der Influencer Fynn Kliemann steht seit einigen Wochen in der Kritik. - Copyright: Chris Marxen / Headshots Berlin

Bei einer Auktion seiner Musik als NFTs (Non-Fungible Token) soll sich der Influencer und Unternehmer Fynn Kliemann nicht an seine eigenen Regeln für die Versteigerung gehalten haben. Das berichtet das Fernsehmagazin "Kontraste". Demnach soll Kliemann Gebote nach 20:00 Uhr, der vorher verkündeten Endzeit der Auktion, angenommen haben und der Umsatz so um 68.000 Euro gestiegen sein.

Bei 84 von 99 Musiktiteln wurden noch Gebote nach Ablauf der Zeit akzeptiert

Insgesamt seien durch die Versteigerung von 99 Musiktiteln als NFTs im März 2021 umgerechnet 215.000 Euro eingenommen worden sein. Geboten und bezahlt wurde jedoch mit einer Kryptowährung. Vor der Auktion soll Kliemann auf seiner Website verkündet haben, der Höchstbietende soll mit Ablauf der Zeit den Zuschlag erhalten, doch noch eine Stunde nachher sollen Angebote angenommen worden sein. Bei insgesamt 84 der 99 Musiktitel sollen noch Gebote nach 20:00 angenommen worden sein.

In einem Blogbeitrag nach der Auktion deutete Kliemann bereits an, dass es Probleme bei der Ermittlung der Höchstbietenden gegeben habe. Ein Anwalt von Kliemann antwortete auf Anfrage von "Kontraste", dass Kliemann "Neuland" mit der NFT-Auktion betreten habe und zudem einige Gebote ungültig gewesen sein sollen. Kliemann soll mit den Problemen im Vorfeld jedoch nicht gerechnet haben.

Schadensersatzforderungen möglich

Doch haben die Bieter, die um 20:00 Uhr wider Erwartens nicht ihr NFT erhalten haben, einen Anspruch auf Schadensersatz? "Wenn die Auktion entsprechend angekündigt wurde, hat derjenige, der um 20 Uhr Höchstbietender war, einen zivilrechtlichen Anspruch darauf, den NFT zu bekommen", sagt Katharina Garbers-von Boehm von der Kanzlei Büsing Müffelmann & Theye zu "Kontraste". Ihr Recht müssten Geschädigte aber selbst durchsetzen.

Kliemann seit längerem in der Kritik

Anfang Mai geriet Kliemann bereits durch einen TV-Beitrag von Satiriker Jan Böhmermann wegen Verbindungen zu einer Textilfirma rund um das Geschäft mit Schutzmasken in die Kritik. Im Raum steht die Frage, ob die Produktionsherkunft - Asien statt Europa - bei Geschäften der Firma mit einem Großhändler im Jahre 2020 bewusst verschwiegen worden war. Kliemann und die Firma hatten sich dann unabhängig voneinander mehrmals zu Wort gemeldet und den kleinteiligen Fall erläutert. Kliemann hatte sich nach eigenen Angaben vor allem mit seiner Bekanntheit, seinem Namen und unentgeltlich dafür eingesetzt, dass in der Pandemie schnell Masken hierzulande auf Großhandelsebene organisiert werden.

Gegen Kliemann läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts im Kontext des TV-Beitrags. Die Ermittler hatten nach eigenen Angaben mindestens eine Anzeige erhalten und leiteten später das Ermittlungsverfahren ein.

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