Erneut Streik bei Amazon in Bad Hersfeld

Im Streit um eine Tarifbindung beim Onlinehändler Amazon lässt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nicht locker. Am Montag, dem umsatzstarken Brückentag vor dem Reformationstag, rief Verdi die Amazon-Beschäftigten im hessischen Bad Hersfeld zum ganztägigen Streik auf

Im Streit um eine Tarifbindung beim Onlinehändler Amazon lässt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nicht locker. Am Montag, dem umsatzstarken Brückentag vor dem Reformationstag, rief Verdi die Amazon-Beschäftigten im hessischen Bad Hersfeld zum 24-stündigen Streik auf. Er soll zu Verzögerungen der Betriebsabläufe führen, wie Verdi mitteilte.

Mechthild Middeke von Verdi sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie rechne mit insgesamt 400 Streikenden. Am Amazon-Standort Bad Hersfeld arbeiten nach Unternehmensangaben mehr als 4000 Menschen; derzeit sind es sogar deutlich mehr, weil Amazon für das Weihnachtsgeschäft in Bad Hersfeld 400 Saisonkräfte sucht, von denen viele bereits "an Bord" seien, wie ein Sprecher mitteilte. Der Streik habe keinen Einfluss "auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens". Die "überwältigende Mehrheit" der Mitarbeiter arbeite normal.

Der Tarifstreit zwischen Amazon und Verdi zieht sich bereits seit mehr als vier Jahren hin. Die Gewerkschaft kritisiert, dass Amazon Tarifverhandlungen verweigert und allein über Arbeitsbedingungen und Bezahlung entscheiden will. Verdi will erreichen, dass die Beschäftigten nach dem Tarif im Einzel- und Versandhandel bezahlt werden. Amazon betont stets, am oberen Ende dessen zu zahlen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei. An allen Standorten in Deutschland sind dies derzeit mindestens 10,52 Euro brutto pro Stunde.

Verdi verwies am Montag auf das Beispiel Martin Luther: Er habe Standfestigkeit und einen langen Atem bewiesen. "Daran nehmen wir uns ein Beispiel." Die Streikenden seien nach wie vor sehr motiviert, "und sie treten für ihre Überzeugung ein, gegen einen harten Widerstand".