Erneut nordkoreanischer Soldat nach Südkorea übergelaufen

Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen ist ein nordkoreanischer Soldat nach Südkorea übergelaufen. Der Soldat wurde zum Verhör festgenommen. Einen Schusswechsel hat es dabei offenbar nicht gegeben

Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen ist ein nordkoreanischer Soldat nach Südkorea übergelaufen. Ein Soldat aus Nordkorea habe sich am Freitagabend am mittleren Abschnitt der Grenze den südkoreanischen Grenzwächtern ergeben, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Samstag. Er sei zum Verhör festgenommen worden. Laut der Nachrichtenagentur Yonhap gab es während der Flucht des Mannes keinen Schusswechsel.

Erst am 13. Juni hatte ein nordkoreanischer Soldat zu Fuß die Grenze in den Süden überquert. Fünf Tage später floh ein nordkoreanischer Zivilist schwimmend durch einen Grenzfluss nach Südkorea. Anfang des Monats weigerten sich zwei Besatzungsmitglieder eines in südkoreanische Gewässer abgedrifteten nordkoreanischen Fischerbootes, in ihre Heimat zurückzukehren.

Süd- und Nordkorea befinden sich formal bis heute im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde. In den vergangenen Jahrzehnten liefen dutzende nordkoreanische Soldaten durch die vier Kilometer breite demilitarisierte Zone entlang der Grenze in den Süden über. Auch mehr als 30.000 Zivilisten flohen seither aus ihrer Heimat, die meisten über die Grenze ins benachbarte China. Die Flucht über die mit Minenfeldern und Stacheldraht gesicherte innerkoreanische Grenze ist dagegen selten.