Erneut blutige Zusammenstoße in Kenia nach Präsidentschaftswahl

Brennende Geschäfte von Kenyatta-Anhängern im Slum Mathare

In Kenia ist es nach den Präsidentschaftswahlen erneut zu blutigen Zusammenstößen zwischen Anhängern von Wahlsieger Uhuru Kenyatta und seines Herausforderers Raila Odinga gekommen. Wie AFP-Reporter berichteten, lieferten sich in einem Armenviertel der Hauptstadt Nairobi Mitglieder der Kikuyu-Volksgruppe mit Luo-Anhängern Gefechte - Wahlsieger Kenyatta ist Kikuyu, Oppositionsführer Odinga gehört den Luo an. Es kam zu den Vorfällen, nachdem Odinga-Anhänger Geschäfte von Kenyatta-Unterstützern niedergebrannt hatten.

Unklar war zunächst, wie viele Menschen verletzt wurden. Mitarbeiter des Roten Kreuzes konnten wegen der angespannten Lage nicht in das Armenviertel Mathare vordringen, wo sich die Zusammenstöße ereigneten.

Der amtierende Präsident Kenyatta war am Freitagabend offiziell zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt worden. Oppositionskandidat Odinga wirft der Regierung Wahlbetrug vor.

Nach zweitägigen Unruhen mit mindestens 16 Toten riefen EU-Vertreter die Opposition in Kenia zum Gewaltverzicht auf. So forderte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein Ende der Gewalt und "Respekt vor demokratischen Regeln". Macron gratulierte Kenyatta zu seinem Wahlsieg.

Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) riefen die Opposition auf, das Ergebnis zu respektieren.