Ernährung in der MotoGP: Pol Espargaro erklärt seine Essensroutinen

Juliane Ziegengeist

Für Sportler wie die MotoGP-Piloten gehört gesunde und bewusste Ernährung gewissermaßen zum Trainingsplan. Dabei hat jeder Fahrer seine ganz eigenen Vorlieben und Rituale. Eines dürfte aber bei den meisten gleich sein: sich nach dem Rennen erst einmal das Lieblingsessen zu gönnen, auf das man sonst verzichtet.

Bei Pol Espargaro ist das allerdings von der Tagesform abhängig, wie er im KTM-Blog verrät: "Wenn das Ergebnis gut ist, dann kann ich eine erstaunliche Menge essen! Wenn die Ergebnisse hingegen nicht gut sind, dann habe ich das Gefühl, dass mein Magen geschlossen ist und ich für ein oder zwei Tage nicht viel essen möchte."

Dabei sind dem Spanier kulinarische Gelüste keineswegs fremd. Vor allem bei Desserts wird er schwach: "Es fühlt sich an, als würde es schwerer werden, zu widerstehen! Manchmal mache ich im Winter ofengekochte Bananen mit Zucker oben drauf. Unglaublich. Ich glaube, ich liebe es so sehr, weil ich mich die meiste Zeit davon fern halte."

"Es macht keinen Spaß, aber funktioniert"

In der Winterpause sei er aber ohnehin nicht allzu streng mit sich selbst. "Im Winter bin ich viel einfacher mit dem, was ich esse. Wir haben eine mediterrane Ernährung, die ziemlich clean ist. Ich mag kein Fast Food und esse es auch nicht. Im Winter esse ich also eher, was ich will, als was ich sollte", erklärt Espargaro.

Etwa einen Monat vor der Saison fange er dann an, wieder "super-strikt" zu werden, um das Gewicht zu erreichen, das er brauche. Und wie sieht das aus? "Ich bevorzuge leichte Kost und gesunde Sachen ohne Saucen. Sehr einfach", sagt der Spanier. "Es ist nicht das Schönste und macht auch nicht den meisten Spaß, aber es funktioniert."

Seine Essensroutine am Renntag sieht immer gleich aus: "Ich esse nicht so viel, wenn ich aufwache, weil wir kurz nach 9:30 Uhr zum Aufwärmen auf dem Motorrad unterwegs sind. Ich müsste viel früher aufstehen, wenn ich gut essen will. Ich entscheide mich stattdessen für die Ruhe! Das Aufwärmen dauert sowieso nicht so lange."

Espargaro stellt sich Ernährungschallenge

"Danach nehme ich ein paar Stücke Brot mit etwas Öl und Truthahn - immer dasselbe! Das macht nicht viel Spaß. Mittags werde ich eine kleine Menge Reis und Hühnchen essen. Am Samstag, wenn wir ein langes viertes Freies Training machen, nehme ich ein paar Ergänzungen wie Energy-Gels oder Riegel und auch etwas Koffein."

Überhaupt sei die Flüssigkeitszufuhr das Wichtigste, vornehmlich durch Wasser. "Normalerweise trinke ich sehr viel, selbst bei kalten Bedingungen, weil ich denke, dass es super wichtig ist, dass ich hydriert bin, auch mental", sagt Espargaro. "40 Minuten bevor es Zeit ist, sich fertig zu machen, höre ich auf, sonst würde ich vom Grid rennen."

2020 will Espargaro (hier beim Testen) ganz ohne Fleisch auskommen

2020 will Espargaro (hier beim Testen) ganz ohne Fleisch auskommen LAT

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Für dieses Jahr hat sich der KTM-Pilot vorgenommen, auf Fleisch zu verzichten und Vegetarier zu werden. Auch Fisch will er vom Speiseplan streichen - und das, obwohl er im Sushi-Restaurant von Bruder Aleix gerne einkehrt: "Er liebt das Sushi und hat mir einen großen Gefallen getan, diesen Laden zu eröffnen, denn das Essen ist wirklich gut."

MotoGP-Pilot will 2020 auf Fleisch verzichten

Trotzdem ist Espargaro fest entschlossen und holte sich bereits Rat von Ernährungswissenschaftlern sowie Diätspezialisten. Die Beweggründe für seinen geplanten Fleischverzicht erklärt er so: "Ich bin irgendwie dagegen, wie wir Tiere behandeln. Ich esse jetzt schon nicht mehr so viel Fleisch." Dennoch sei es eine Herausforderung.

"Es wird schwierig sein, weil ich viel Fisch und viel Huhn esse", weiß Espargaro. "Am schwierigsten wird es sein, wenn wir rund um den Globus fliegen und auf Flughäfen sind, wo man vielleicht kein vegetarisches Essen zur Hand hat. Aber viele Dinge sind schwierig in dieser Welt, also werde ich es zumindest versuchen."

Mit Bildmaterial von LAT.