Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen Kollegah und Farid Bang

Farid Bang und Kollegah auf der Bühne der letzten Echo-Verleihung (Bild: Getty Images)

Von allen bisherigen Konsequenzen ihrer antisemitisch anmutenden Textzeile zeigten sich die Rapper Kollegah und Farid Bang reichlich unbeeindruckt. Doch nun wird es ernst für die beiden: Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung gegen die Rapper.

Wie Behördensprecher Ralf Herrenbrück der dpa mitteilte, sind zwei Strafanzeigen gegen Kollegah und Farid Bang eingegangen. Nun werden die Liedtexte der Rapper auf ihre strafrechtliche Relevanz überprüft.

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Anstoß der aktuellen Kontroverse war die Liedzeile “Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen” aus dem Song „0815“. Geprüft würden allerdings nicht nur die Texte ihres jüngsten Albums „Jung, brutal, gutaussehend 3“, auf dem sich der betreffende Track befindet, sondern auch frühere Songs der Rapper.

Dass Kollegah und Farid Bang trotz solcher Texte in diesem Jahr mit einem Echo ausgezeichnet wurden, hatte für einen handfesten Skandal gesorgt. Nachdem zahlreiche Musiker medienwirksam ihre Echos zurückgaben, teilte der Bundesverband Musikindustrie am 25. April 2018 die Abschaffung des Echos mit.

So reagierten die Promis auf das Echo-Aus

Die Einladung nach Auschwitz-Birkenau nehmen die Rapper an

Die Nachricht, dass gegen die beiden Rapper wegen Volksverhetzung ermittelt werde, kam nur wenige Stunden nachdem das Internationale Auschwitz-Komitee die beiden Musiker zu einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Auschwitz Birkenau eingeladen hatte.

Die umstrittenen Rapper wollen der Einladung nach “Bild”-Informationen folgen: “Wir nehmen die Einladung an”, zitierte die Zeitung Farid Bang. Der Besuch soll am 3. Juni stattfinden.

Christoph Heubner, der geschäftsführende Vizepräsident des Komitees, hatte dieses Datum vorgeschlagen, da deutsche und polnische Jugendliche vor Ort sein werden, um den Mitarbeitern der Gedenkstätte auf dem Gelände zu helfen. “Ein solcher Besuch der beiden Rapper wäre auch ein Signal an ihre vielen Fans”, hatte Heubner am Dienstag betont. Die Anregung zu dem Gedenkstättenbesuch kam von Musiker Marius Müller-Westernhagen, einer jener Musiker, der aus Protest seinen Echo zurückgegeben hatte.

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